Happy End

20 schwarzfahrende Garnelen im Zug: Wo ist ihr Besitzer?

Cornelia Suter, 4. Januar 2023, 12:48 Uhr
Am Montagabend fand Bettina Fuchs im Regional-Zug «S9» in Lenzburg rund 20 lebende Garnelen. Die tierliebende Frau nahm die kleinen Krebse mit nach Hause und kümmert sich nun vorübergehend um sie.
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Als Bettina Fuchs am Montagabend in Lenzburg in den Zug einstieg, staunte sie nicht schlecht: «Ich sah einen herrenlosen Plastiksack, gefüllt mit Wasser, auf dem Zugpolster stehen.» Als die Frau sich dem ominösen Fundstück näherte, entdeckte sie rund 20 herumschwimmende Garnelen.

Mit Körperwärme sicher nach Hause gebracht 

Verantwortungsbewusst nahm die Frau den Sack an sich: «Ich habe mich noch während der Zugfahrt im Netz erkundigt, was die Tiere alles brauchen», erklärt Fuchs. Und weil im Internet stand, dass die Tiere keine Kälte ertragen, hatte sich die Garnelen-Retterin spontan etwas einfallen lassen: «Als ich ausgestiegen bin, habe ich den Sack einfach unter meine Jacke gestopft. Das hat dann zwar schon sehr komisch ausgesehen, aber ich will ja nicht, dass die Tiere erfrieren», sagt Fuchs im Gespräch mit ArgoviaToday und lacht.

Wem gehören die Garnelen?

In der Zwischenzeit sind die jungen «Red Fire»-Garnelen wohlbehütet bei ihrer Retterin zu Hause angekommen. Der Besitzer konnte jedoch, trotz intensiver Suche, nicht ausfindig gemacht werden: «Ich habe einen Facebook-Aufruf gestartet und bin in Kontakt mit der Facebook-Gruppe ‹Garnelen Freunde Schweiz›». Bereits heute Nachmittag dürfen die Tiere nun in ein neues Zuhause umziehen.

«Ich habe jemanden gefunden, der ein grosses Aquarium besitzt und die Tiere bei sich aufnimmt», erklärt Bettina Fuchs erleichtert. Wenn es die Zeit zulässt, werde ich schon heute nach der Arbeit die Tiere dort vorbeibringen. Momentan leben die Garnelen nämlich immer noch im Plastiksack: «Ich habe diesen jedoch in ein grosses Glas gestellt, dass er nicht immer umkippt», sagt Fuchs.

Auch ausgewachsen ist die Red Fire Garnele eine friedliche Aquarienbewohnerin.

© Getty Images

Die «Red Fire»-Garnele ist vor allem in Südostasien heimisch und kann gut in kleinen Aquarien ab 15 Litern gehalten werden. Ausgewachsen misst die friedliche Aquarienbewohnerin zirka 2 Zentimeter.

Im öffentlichen Verkehr werden immer wieder kuriose Dinge liegengelassen. Unter den über 100'000 Fundgegenständen sind gemäss SBB-Sprecher Jürg Grob zwar Jacken, Schlüssel, Portemonnaies oder Brillen die Evergreens. Aber: «Wir haben schon mal ein Einmachglas mit der Aufschrift ‹Grosis Gallensteine von 1966› gefunden.» Auch ausgestopfte Tiere, Beinprothesen, ein elektrischen Rollstuhl, ein Samurai-Schwert, eine Fakir-Ausrüstung mit ausgestopfter Kobraschlange oder eine echte Sträflingsjacke von Alcatraz seien bereits im Fundbüro abgegeben worden.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 4. Januar 2023 16:21
aktualisiert: 4. Januar 2023 16:21