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Archäologie

Überreste aus der Bronzezeit: Freiwillige graben im Aargau

30. August 2021, 10:16 Uhr
14 Freiwillige der Kantonsarchäologie haben im August in Frick und Möriken-Wildegg kistenweise Keramik aus der Bronzezeit ausgegraben. Der Feldkurs mit den Freiwilligen fand zum dritten Mal statt.

In Frick fanden die Freiwilligen in rund zwei Metern Tiefe einen Kieskoffer, der sich nach Untersuchung durch einen Spezialisten als Teilstück eines schmalen römischen Fahrwegs herausstellte, wie das kantonale Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) am Montag mitteilte.

Dieser Befund sei ein weiteres Puzzleteil im römischen Strassennetz, von dem in Frick bereits Abschnitte bekannt gewesen seien. An dieser Ausgrabungsstelle werde mittelfristig ein Bauprojekt hochgezogen. In der Fricktaler Gemeinde waren 1998 und 2014 Reste aus der Bronzezeit ans Tageslicht befördert worden.

Wohnlage war vor 3500 Jahren begehrt

Auch im Gebiet Sandacker in Möriken-Wildegg, wo derzeit fünf Mehrfamilienhäuser gebaut werden, sind die freiwilligen Grabungshelfer fündig worden. Die Wohnlage war gemäss der Kantonsarchäologie schon vor 3500 Jahren begehrt gewesen.

An dieser Stelle lag eine Siedlung aus der mittleren Bronzezeit. Deshalb plante die Kantonsarchäologie im Vorfeld des Bauvorhabens Ausgrabungen: Die Freiwilligen gruben ein Baufeld von rund 250 Quadratmetern von Hand ab, das sonst mit einem Bagger abgetragen worden wäre.

Die 14 Freiwilligen legten Pfostengruben, eine Abfallschicht, eine Feuerstelle und mehrere Brandgruben frei. Darin fanden sich hitzegerötete Steine und Holzkohle – Überreste von Gargruben, mit denen man damals die Speisen für ein Festessen zubereitete, wie das BKS weiter mitteilte. Im Weiteren fanden sich kistenweise Keramikscherben.

Quelle: sda
veröffentlicht: 30. August 2021 10:07
aktualisiert: 30. August 2021 10:16