Nach «Töffli-Razzia»

Töffli-Schrauber aus Seengen ärgern sich über das Vorgehen der Polizei

18. Juni 2021, 11:14 Uhr
Nachdem die Regionalpolizei Lenzburg in der Schule Seengen ein Dutzend frisierte und nicht fahrtaugliche Töffli beschlagnahmt hatte, sprechen nun die Fahrzeugbesitzerinnen und -besitzer.

Quelle: Tele M1 / ArgoviaToday

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In Seengen hat die Regionalpolizei Lenzburg am Mittwoch ein Dutzend Töffli beschlagnahmt. Während die Schülerinnen und Schüler im Klassenzimmer sassen, führte die Repol die parkierten Fahrzeuge auf einem Anhänger ab zum Stützpunkt Seengen. Ein Augenschein vor Ort habe ergeben, dass an den Mofas vorsätzlich technische Abänderungen, unter anderem mit Tuning-Teilen, vorgenommen worden waren. Damit entsprächen die Fahrzeuge nicht mehr den Zulassungsvorschriften und Anforderungen an die Betriebssicherheit, schreibt die Repol Lenzburg.

«Dreistes Vorgehen der Polizisten»

Eine anonyme Augenzeugin berichtete Tele M1 bereits am Mittwoch, sie habe etwas Angst gehabt, dass die Polizisten auch ihr Töffli beschlagnahmen. Grund dazu hätten die Beamten gehabt, sagt die Zeugin. Zum Beispiel sei ihre Fahrzeugnummer nur angeklebt. Obwohl die beschlagnahmten Töffli tatsächlich frisiert und teilweise die Bremsen nicht mehr richtig funktioniert hätten, ist die Zeugin nicht einverstanden mit dem Vorgehen der Beamten: «Ich sehe den Grund für die Aktion auf dem Schulgelände nicht.» Dass die Polizisten, ohne jemanden erwischt zu haben, einfach die Fahrzeuge mitnehmen, findet sie dreist.

Die Polizisten nahmen die Töffli ohne persönlichen Kontakt zu den Besitzerinnen und Besitzern mit, sagt einer der Seenger Töfflibuebe, der ebenfalls anonym bleiben möchte. «Das finde ich ein wenig feige. Man hätte doch besser zu den Personen nach Hause gehen und das Gespräch mit ihnen suchen können.» Es sei schade, sagt er: «Damit hetzt die Polizei die ganze Töffli-Schrauber-Community auf sich.»

Eltern der Töffli-Besitzer informiert

Anlass für die «Töffli-Razzia» hat die Polizei offenbar genug gehabt. Repol-Kommandant Ferdinand Bürgi schreibt gegenüber Tele M1: «Anlässlich eines Austauschs zwischen der Schulleitung (...) und dem Postenchef Seengen, hat die Schulleitung ein Foto als Beweis vorgelegt.» Dieses zeigte ein abgeändertes und nicht den Betriebs- und Verkehrsvorschriften entsprechendes Mofa. Daraufhin hat die Repol die Kontrolle an der Schule Seengen veranlasst.

Die Repol unterzieht nun alle zwölf Töffli einer technischen Kontrolle und die Verantwortlichen werden zur Nachprüfung aufgeboten und zur Anzeige gebracht. Die Fahrzeuge werden nach der Sicherstellung der Tuning-Teile wieder ihren Besitzern ausgehändigt. Ausserdem seien die Eltern über die Beschlagnahmung informiert worden.

(Tele M1 / lba)

Quelle: Tele M1 / ArgoviaToday
veröffentlicht: 17. Juni 2021 18:20
aktualisiert: 18. Juni 2021 11:14