50-Stunden-Woche

Aargauer Bauarbeiter wehren sich gegen neuen Gesamtarbeitsvertrag

8. April 2022, 10:13 Uhr
Der Schweizer Baumeisterverband will die Vorschriften bei den Arbeitszeiten lockern. Nun wehren sich Aargauer Bauarbeiter zusammen mit der Gewerkschaft Unia. Sie befürchten Arbeitswochen von bis zu 50 Stunden und weniger Lohn.
Aargauer Bauarbeiter befürchten mehr Arbeitsstunden und weniger Lohn. (Symbolbild)
© fm1today/sarahlippuner

Die Aargauer Bauarbeiter wehren sich gegen die Forderungen des Schweizer Baumeisterverbandes (SBV). Dieser will die Arbeitsbedingungen lockern. Hintergrund ist die Neuverhandlung des sogenannten Landesmantelvertrages des SBV. Durch diesen will der Verband beispielsweise weniger Vorschriften bei den Arbeitszeiten.

Arbeitstage zu lang

Eine Umfrage im letzten Jahr bei rund 15'000 Bauarbeiterinnen und Bauarbeitern hat laut einer Mitteilung der Gewerkschaft Unia gezeigt: «Die Arbeitstage sind jetzt schon lang genug, für die Familie bleibt kaum noch Zeit. Auch sind die Bauarbeiter nicht mehr bereit, zusätzlich Zeit zu verschenken. Heute gilt etwa, dass eine halbe Stunde Reisezeit vom Magazin zur Baustelle nicht bezahlt wird.» Auch die Znüni-Pause werde noch immer nicht zur Arbeitszeit gezählt, was in anderen Branchen längst üblich sei, so die Unia weiter.

Grossdemo in Zürich?

Nun wehren sich die Aargauer Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter zusammen mit der regionalen Vertretung der Gewerkschaft Unia. Laut der Mitteilung befürchten die Bauarbeiter künftig bis zu 50 Stunden Arbeitszeit pro Woche. Sie trafen sich diese Woche zum Austausch in Lenzburg und Baden. Nun drohen sie mit einer Grossdemonstration Ende Juni in Zürich, sollte der SBV an seinen Plänen festhalten. Der Landesmantelvertrag regelt die Arbeitsbedingungen für rund 80'000 Bauarbeiterinnen und Bauarbeitern in der Schweiz.

(web)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 8. April 2022 10:13
aktualisiert: 8. April 2022 10:13
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