Lokale schliessen

Aargauer Hotel- und Restaurantgäste leiden unter dem Personalmangel

12. Juni 2022, 09:43 Uhr
Es fehlt einfach an Köchen und Servicepersonal in der Schweiz. Betriebe sehen sich jetzt gezwungen, ihr Angebot einzuschränken. Davon bleiben auch bekannte Touristen-Hotspots nicht verschont und das zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt.
Das thailändische Restaurant Lemon Chili musste nun ganz schliessen. Nach Corona hat die beiden Besitzer nun auch der Personalmangel sehr getroffen.
© Marc Ribolla

Den akuten Personalmangel im Gastgewerbe bekommen die Gäste überall in der Schweiz zu spüren, denn viele Hotels und Restaurants mussten ihre Leistungen einschränken, das berichtet die «Sonntagszeitung». Dies reiche von verkleinerten Menükarten und kürzeren Öffnungszeiten bis hin zur kompletten Schliessung von Betrieben.

Einschränkungen im Aargau und Solothurn

Es erscheine fast schon bizarr, wenn sich Besucherinnen und Besucher an beliebten Ausflugsorten vor verschlossenen Türen wiederfinden. Betroffen ist dabei auch das Restaurant Salmen in Olten. Aufgrund des Fachkräftemangels habe man die Öffnungszeiten verringert und ist auf eine Viertagewoche umgestiegen. «Das Schlimme ist, dass es nicht an den fehlenden Gästen liegt, sondern am fehlenden Personal», sagte Serviceleiterin Vanessa Schneider dem «Oltner Tagblatt».

Ganz schliessen musste hingegen das thailändische Restaurant Lemon Chili in Bremgarten. Geplant war eigentlich, den Betrieb nur bis Pfingsten einzustellen, doch aufgrund des drastischen Mangels an Personal entschieden sich die Besitzer Peter Eichenberger und Piyawat Prommee, das Lokal ganz aufzugeben.

Personalmangel zeigt sich in Servicequalität 

Habe ein Restaurant oder Hotel zu wenig oder nur noch ungelerntes Personal, würden das die Gäste spüren, schreibt die «Sonntagszeitung» weiter. Lange Wartezeiten, ruppige oder ungeschickte Bedienung seien die Folge – etwas, das sich eigentlich kein Lokal leisten könne.

Muss man sich als Gast nun auf schlechtere Servicequalität einstellen? «Es gibt vereinzelte Beispiele, dass die Wartezeiten länger sind als üblich, da die Hoteliers und Hotelièren auch mit reduzierter Anzahl Mitarbeitenden die gewohnte Qualität bieten wollen», sagt Vinzenz van den Berg vom Branchenverband Hotelleriesuisse zur «Sonntagszeitung».

Sichtbar ist der Personalmangel auch auf Arbeitsmarkt. Eine Auswertung des Datenunternehmens X28 zeigt, dass in der Branche momentan 13'481 Stellen ausgeschrieben sind – 4500 mehr als vor Beginn der Pandemie. Wirtinnen und Wirte suchen also Personal. Gefragt sind vor allem Servicefachangestellte, Gastronomie-Fachpersonen, Köche und Chefköchinnen.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 12. Juni 2022 07:05
aktualisiert: 12. Juni 2022 09:43
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