Adipositas

Aargauer Kinder sind übergewichtiger als Schweizer Durchschnitt

Vroni Fehlmann, 23. September 2021, 10:00 Uhr
Eine Untersuchung zeigt, dass gut jedes sechste Kind in der Schweiz übergewichtig oder adipös ist. Im Aargau ist es knapp jedes vierte Oberstufenkind, das zu viel wiegt. Die Aargauer Schülerinnen und Schüler liegen damit etwas über dem Durchschnitt.
In der Schweiz sind 17,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig.
© Keystone

17,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Schweiz sind übergewichtig, wie die Gesundheitsförderung Schweiz in einer Mitteilung schreibt. Das entspricht einer leichten Abnahme gegenüber den Vorjahren. Erstmals hat auch der Kanton Aargau am BMI-Monitoring teilgenommen. Demnach sind 13,4 Prozent der Aargauer Grundschülerinnen und Grundschüler und 22,4 Prozent der Oberstufenschülerinnen und -schüler übergewichtig. Der Anteil übergewichtiger oder adipösen Kinder liege im Kanton Aargau im Durchschnitt, schreibt der Kanton. Schweizweit sind nämlich 12,4 Prozent auf der Grundstufe und 21,4 Prozent auf der Oberstufe übergewichtig.

Gemäss der Gesundheitsförderung Schweiz zeigt sich beim Übergewicht ein Stadt-Land-Graben. In städtischen Gebieten sind 18,6 Prozent der Schülerinnen und Schüler zu dick, auf dem Land sind es 16,4 Prozent. Der Graben zeige sich jedoch erst auf der Mittel- und Oberstufe, nicht in der Grundstufe. Auch der Aargau wird in der Auswertung zu den ländlichen Gebieten gezählt. Die Zahlen lägen jedoch eher an jenen der städtischen Kantone, schreibt das kantonale Gesundheitsdepartement.

Nationalität und soziale Herkunft spielen eine Rolle

Die Daten aus dem Aargau stammen aus den schulärztlichen Untersuchungen der Jahre 2018 und 2019. Es handelt sich um die Angaben einer repräsentativen Stichprobe von 3894 Schülerinnen und Schülern. Im Gegensatz zu anderen Kantonen erfasst der Aargau jedoch Nationalität und soziale Herkunft nicht. Deshalb lassen sich hier keine kantonalen Rückschlüsse ziehen.

Die Gesundheitsförderung Schweiz schreibt, dass ebendiese Angaben eine Rolle spielten. Denn knapp jedes vierte ausländische Kind ist übergewichtig oder adipös, bei Schweizer Kindern ist es jedes siebte. Die soziale Herkunft schlage sich noch stärker in den Ergebnissen nieder: Fast jedes dritte Kind von Eltern ohne nach-obligatorische Ausbildung ist übergewichtig. Bei jenen mit Eltern, die die Sekundarstufe abgeschlossen haben, sind es knapp 20 Prozent. Bei der Tertiärstufe sind es weniger als 10 Prozent.

Auch wenn die Ergebnisse aus dem Aargau nicht so detailliert vorliegen, sieht der Regierungsrat Handlungsbedarf. Deshalb hat er das Schwerpunktprogramm «Bewegung und Ernährung» aus dem Jahr 2020 um vier Jahre verlängert. Zudem unterstütze der Kanton seit 2007 verschiedene Massnahmen, die Bewegung und eine ausgewogene Ernährung bei Kindern und Jugendlichen fördern. Zusätzlich können sich Familien in Ernährungs- und Bewegungsfragen an Fachpersonen wenden.

Schweizweit wurde der BMI von 29'000 Schulkindern aus neun Kantonen und vier Städten ausgewertet.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 23. September 2021 10:06
aktualisiert: 23. September 2021 10:06
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