Talisker Whisky Atlantic Challenge

Aargauer Ruderteam um Samuel Widmer kurz davor, Geschichte zu schreiben

14. Januar 2022, 14:06 Uhr
Nur noch zwei Tage, dann rechnet der Manager Yves Neupert mit der Ankunft des Teams in Antigua. Momentan sind sie auf der Spitzenposition. Neupert verrät, was den Ruderern auf der Zielgerade noch einen Strich durch die Rechnung machen könnte.
Das Aargauer Ruderteam ist immer noch auf Siegeskurs
© zVg

Am 12. Dezember stach Samuel Widmer aus Leuggern mit drei Kollegen aus der RS-Zeit in See. Ihr Ziel: die 5000 Kilometer entfernte karibische Insel Antigua. Nach zehn Tagen gab der Manager des Teams Yves Neupert gegenüber ArgoviaToday bekannt, dass sie sich auf Rang 1 befinden. Nun steht das vierköpfige Team kurz davor, die Talisker Whisky Challenge zu beenden. «Ich rechne damit, dass sie irgendwann im Verlauf der Nacht von Samstag auf Sonntag in Antigua ankommen», so Manager Yves Neupert.

Das Team befindet sich immer noch auf Platz 1

Das Ruderteam steht kurz davor, Geschichte zu schreiben. Laut Neupert ist es immer noch auf Siegeskurs. Wenn es gewinnt, wäre es das erste Team aus einem Binnenland, welches die Talisker Whisky Challenge gewinnen würde. «Das Team und wir als Management sind momentan sehr emotional und angespannt. Wir hoffen, dass nichts mehr passiert», so Neupert. Was dem Ruderteam den Sieg vermiesen könnte, ist einerseits das Wetter. Für die nächsten Tage müsse man mit Gegenwind rechnen. Andererseits könnte das Team Opfer eines Marlins werden.

Der Marlin, ein Raubfisch mit langem Schnabel, welcher bis zu sechs Meter gross lang, hat bereits zwei Boote im Mittelfeld angegriffen und durchstochen. Diese hatten daraufhin mit Wasser im Innern zu kämpfen. Noch viel schlimmer wäre es jedoch, wenn sich eine Person in der Kabine befinden würde und bei einem Angriff des Marlins durchstochen würde, so Neupert. Dies bereite ihm so kurz vor dem Ziel am meisten Sorgen.

Ruderteam ist körperlich am Anschlag

Nach über dreissig Tagen auf dem stürmischen Atlantik sei das Team vor allem körperlich ausgelaugt. «Die ständige Schüttlerei im Boot und die Wellen machen ihnen zu schaffen», berichtet Neupert. Psychisch befänden sich die Ruderer aber auf einem Hoch, da sie sich freuen, bald am Ziel zu sein. Auf die Frage, was das Team im Ziel als Erstes machen wolle, antwortet Yves Neupert lachend: «Einen Schluck Bier trinken.» Neupert könne wegen der vielen Pressenanfragen, die er beantworten muss, und Corona leider nicht in die Karibik reisen. Das Team werde aber von der engsten Familie und Freunden in Empfang genommen.

Weltrekord verpasst

Trotz der grossen Leistung des Ruderteams: Man ist enttäuscht, dass man den Weltrekord nicht geknackt hat. Dafür hätten die Ruderer die 5000 Kilometer innerhalb von 29 Tagen schaffen müssen. Für Neupert ist aber klar: Das Team hat unter den Bedingungen eine Topleistung erbracht. «Das Rennen war eines der härtesten seit Beginn der Atlantic Campaigns. Sie hatten sozusagen keine Unterstützung durch Wind und Wellen und mussten alles selber rudern.» Als der Weltrekord gesetzt wurde, habe es Windstärken von bis zu 35 Knoten gegeben. Beim diesjährigen Rennen betrugen diese nur um die 15 Knoten, erklärt Neupert.

(pro)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 14. Januar 2022 05:58
aktualisiert: 14. Januar 2022 14:06
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