Einbruch in Waffenladen

Aargauer Überfalls-Opfer soll für drei Jahre ins Gefängnis

7. September 2022, 15:08 Uhr
Dem Überfalls-Opfer Jean-Paul Schild aus Wallbach soll der Prozess gemacht werden, weil er sich mit Schüssen gegen die Täter gewehrt hatte. Der Staatsanwalt fordert drei Jahre Gefängnis.

Quelle: TeleM1

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Jean-Paul Schild wehrt sich 2020 bei einem Überfall auf sein Geschäft – nun drohen ihm bis zu drei Jahre Gefängnis. Wie die «Rundschau» von SRF berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Aargau ein Strafverfahren eröffnet, das auf vorsätzliche Tötung lautet. Im Strafantrag werden drei Jahre Haft gefordert – davon sechs Monate unbedingt.

Der Inhaber eines Waffengeschäfts in Wallbach wurde im Oktober 2020 von sechs schwerbewaffneten kriminellen Franzosen überfallen.
Überraschend kam das nicht, denn Schild hatte im Vorfeld bereits von Einbrüchen in andere Geschäfte gehört. Als er in der besagten Nacht aufwacht und bemerkt, dass sich bewaffnete Personen Zutritt verschaffen wollen, holt er ein Sturmgewehr plus Magazin aus dem Waffenschrank.

Warnschuss traf Täter

Gegenüber SRF sagt das Überfall-Opfer, dass es den Einbrechern durch das Öffnen des Fensters und mit Geschreie zeigte, dass er vor Ort sei. Doch trotz Warnung mit einer Ladebewegung hätten die Täter keine Anstalten gemacht zu flüchten: «Also habe ich einen Warnschuss in die Wand abgegeben», sagt Schild zu SRF. Brisant: Die Kugel verletzt einen der Täter am Arm – ein heftiger Schusswechsel ist die Folge. Danach ergreifen die Einbrecher die Flucht. Im Jahr 2021 wird die Bande in Frankreich festgenommen.

Die meisten Experten sehen es als Notwehr

Nun muss Jean-Paul Schild mit einem Prozess rechnen. Strafexperten, die von SRF zum Fall befragt wurden, äussern sich unterschiedlich. Die meisten seien jedoch der gleichen Meinung wie der Zürcher Oberstaatsanwalt Andreas Brunner: «Für mich ist das nicht nachvollziehbar. Das ist – so wie es in der Anklage geschildert ist – ein Lehrbeispiel von gerechtfertigter Notwehr.» Der Prozesstermin für Schild steht noch nicht fest.

Den Beitrag von Tele M1 zum Fall damals siehst du im Video oben.

(crb)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 7. September 2022 12:12
aktualisiert: 7. September 2022 15:08