Ehemalige Abfalldeponie

Altsünden in Windisch werden aus dem Boden ausgegraben

Adrian Frey, 12. Oktober 2022, 14:37 Uhr
Seit August laufen die Renaturierungsarbeiten beim «Fröschegräbe» in Windisch. Die Altsünden der Vergangenheit werden nun ausgegraben. ArgoviaToday hat die Baustelle besucht.

Quelle: ArgoviaToday / Adrian Frey / Severin Mayer

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Ende August starteten die Rodungsarbeiten für das Naturschutzgebiet «Fröschegräbe» in Windisch. Obwohl der Auenwald äusserlich prächtig und dicht wuchs, täuschte dieser Eindruck. Denn der Untergrund des Amphibienlaichgebiets ist stark mit Giftstoffen belastet. Grund für diese Verschmutzung ist eine ehemalige Abfalldeponie, bei der nun die Altsünden beseitigt werden müssen. «Wir haben hier in der Nähe eine Trinkwasserfassung, die durch die Altlasten akut gefährdet ist», sagt Sven Schutzbach, Bereichsleiter Hochbau und Umwelt der Gemeinde Windisch.

Kosten werden steigen

Die Arbeiten laufen laut Schutzbach zwar gut, aber mit leichten Verzögerungen – die Aushubarbeiten werden nicht planmässig Ende November fertiggestellt. Grund für diesen Verzug seien unter anderem die grösseren Ausmasse der Verschmutzung. Aus diesem Grund werden die Kosten steigen. «Die Kreditgenehmigung liegt bei 2,43 Millionen Franken. Wir gehen aber momentan von 15 bis 25 Prozent Mehrkosten aus», sagt Sven Schutzbach.

Das Wetter wie auch die Ungewissheit, was sich unter dem Erdreich befindet, stelle das Team täglich vor neue Herausforderungen, so Schutzbach. «Bis jetzt kam sehr viel Müll hervor. Wir haben aber auch schon mal ein Dach eines VW-Käfers gesichtet,das bis jetzt aber noch nicht hervorkam.» Ausserdem wurden schon Abfallberge von Pneu- und Metallteilen aus dem Boden ausgegraben.

Material wird in spezielle Deponien gebracht

«Die Fläche ist so gross wie dreieinhalb Fussballfelder. Je nach Ausgang kann es aber noch grösser werden», sagt Schutzbach. Gut ein Drittel des geschätzten Aushubs von 15'000 Tonnen sei bereits abgeführt. «Ein Grossteil des Materials geht in verschiedene E-Deponien, da der Boden mit Schadstoffen verschmutzt ist», sagt Curdin Flepp, Projektleiter Firma Toggenburger, welche für den Aushub zuständig ist. Nur ein Bruchteil des ausgehobenen Materials könne man jemals wiederverwenden, so Flepp. «Ein ganz kleiner Teil kann man dann wieder verwerten, da er durch die Bodenwaschanlage geht.»

Die Fläche soll nach der Säuberung mit Sand und Waldboden ähnlichem Material aufgefüllt werden. «Man wird das Terrain wieder identisch angleichen und so der Natur zurückgeben», erzählt Schutzbach.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 13. Oktober 2022 05:48
aktualisiert: 13. Oktober 2022 05:48