Mehrfacher Betrug

Angestellter betrügt Aargauer BMW-Garage um 40'000 Franken

Oliver Varga, 6. Mai 2022, 06:14 Uhr
Ein heute 24-jähriger Aargauer hat in einer Autogarage als Detailhandelsangestellter gearbeitet und seinen Arbeitgeber um über 40'000 Franken betrogen. Er bestellte Autoteile, stornierte diese nach der Lieferung wieder und verkaufte sie privat.
Ein Angestellter einer Aargauer BMW-Garage bestellte Fahrzeugteile im Wert von 40'000 Franken, stornierte sie bei Ankunft im internen System und verkaufte sie dann privat über das Internet. (Symbolbild)
© Getty

Der Mann war in der BMW-Garage laut einem Strafbefehl der Aargauer Staatsanwaltschaft für das Bestellwesen von Fahrzeugteilen verantwortlich. Dazu gehörte auch das Verbuchen der Teile sowie die Lagerbewirtschaftung – also die Ein- und Ausgänge von Fahrzeugteilen. In den Monaten November und Dezember 2020 bestellte der heute 24-Jährige über das interne Betriebssystem insgesamt 16 Fahrzeugteile mit einem Wert von über 40'000 Franken. Unter den Teilen befanden sich mehrheitlich Schalldämpfer für Auspuffanlagen.

Kam die Ware rein, wurde sie im System wieder gelöscht

«Das interne Betriebssystem löste die Bestellung direkt bei der Lieferfirma BMW Group Switzerland aus», heisst es im Strafbefehl weiter. Weil der Angestellte für das Bestellwesen verantwortlich gewesen sei, habe er einen direkten Zugriff auf dieses System gehabt. Als die bestellten Teile dann in der Aargauer BMW-Garage eintrafen, löschte der Mann die jeweiligen Wareneingänge über das ihm ebenfalls zugängliche Korrektursystem aus dem firmeninternen Lagersystem. Nachdem er die Teile zuerst im Geschäft deponierte, lud er sie am Abend dann in sein Auto und nahm sie anschliessend mit nach Hause.

Privater Verkauf der Teile auf Facebook

Die 16 Fahrzeugteile verkaufte der 24-Jährige dann über das Internet – hauptsächlich über den Marketplace von Facebook, aber auch andere soziale Medien. Wie dem Strafbefehl zu entnehmen ist, erzielte er dabei einen Verkaufserlös von fast 42'000 Franken. Das Geld habe er für sich behalten, um es zu verbrauchen.

Geldstrafe und Rückzahlung des Geldes

Weil die BMW-Garage dem mehrfachen Betrug auf die Schliche kam, reichte sie eine Klage gegen ihren Angestellten ein. Dieser wurde nun per Strafbefehl verurteilt. Er erhielt eine bedingte Geldstrafe in der Höhe von 17'000 Franken. Begeht der 24-Jährige in den nächsten zwei Jahren keine weiteren Verbrechen, verfällt diese Strafe. Eine Busse in der Höhe von 1000 Franken sowie Gebühren und Polizeikosten von 1700 Franken muss er jedoch bezahlen. Zudem forderte die Aargauer BMW-Garage den Wert der Fahrzeugteile in der Höhe von 40'000 Franken zurück. Sie anerkannte den Teilbetrag des Verurteilten in der Höhe von 20'000 Franken. Den Restbetrag muss sie laut Strafbefehl über einen Zivilprozess einfordern.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 6. Mai 2022 06:13
aktualisiert: 6. Mai 2022 06:14
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