Grippewelle bei Kindern

Apotheken dürfen jetzt selbst Algifor-Sirup herstellen

8. Januar 2023, 19:59 Uhr
Die Kantone Aargau und Solothurn sind besonders stark von der Grippewelle bei Kindern betroffen. Doch den Apotheken geht das Algifor aus, das den schmerzstillenden und fiebersenkenden Wirkstoff Ibuprofen enthält. Nun dürfen sie Algifor-Sirup selbst herstellen.

Quelle: Tele M1

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Neu dürfen Apotheken selbst hergestellten Algifor-Sirup über die Krankenkasse abrechnen. Das hat der Bund entschieden, wie Tele M1 berichtet. Denn das Medikament – sowie etliche andere Medikamente – geht den Apothekern langsam aus.

Kinder bekommen Algifor oft in Form von Sirup

Gerade in den Kantonen Aargau und Solothurn geht momentan eine grosse Grippewelle bei Kindern um und man ist auf Algifor angewiesen. Das Produkt ist in der Schweiz und in Deutschland aktuell aber nicht mehr erhältlich, erklärt Lukas Korner, Geschäftsführer der Apotheke in Gränichen: «Jetzt schauen wir, dass wir den Wirkstoff Ibuprofen bekommen. Wir haben diesen bereits hier. Dann stellen wir den Sirup so gut wie möglich in derselben Qualität selbst her.»

Der Wirkstoff Ibuprofen ist auch in Algifor enthalten und wirkt schmerzlindernd sowie fiebersenkend. Den Kindern wird er oftmals in Form von Sirup verabreicht.

«Zurzeit ist keine Entspannung in Sicht»

Für viele Eltern wäre der Sirup in der Hausapotheke nicht wegzudenken, bestätigt eine Strassenumfrage von Tele M1: «Das wäre ein grosses Problem, ich kenne nur Algifor», sagt eine Frau. Eine Mutter meint: «Unser Sohn hatte letztens wochenlang 41 Grad Fieber und mit dem Dafalgan brachten wir es einfach nicht runter. Wenn man in dieser Situation dann Algifor holen will und es nicht erhältlich wäre, wüsste ich ehrlich gesagt nicht, was ich sonst noch machen könnte.»

Die Herstellung von Medikamenten im eigenen Apotheken-Labor könnte in Zukunft an Bedeutung gewinnen, weiss Lukas Korner, der zusätzlich Präsident des Aargauer Apothekenverbands ist: «Zurzeit ist keine Entspannung in Sicht. Einmal heisst es, es komme wieder eine Lieferung, wir wissen aber nicht, wie gross diese ist und was schlussendlich wirklich bei uns ankommt.»

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 8. Januar 2023 18:10
aktualisiert: 8. Januar 2023 19:59