Villigen

Autofahrende ignorierten Schilder – jetzt gibt es ein Fahrverbot bis Ende 2024

17. September 2022, 09:14 Uhr
Wegen der Bauarbeiten zur Wohnüberbauung Obsteinen verkehren zurzeit viele Lastwagen auf der Remigerstrasse in Villigen, gleichzeitig ist die Strasse eine beliebte Abkürzung für Autos. Das führt zu gefährlichen Situationen mit Folgen.
Wegen der Überbauung Obsteinen gibt es an der Remigerstrasse in Villigen ein Fahrverbot.
© Deborah Bläuer/Aargauer Zeitung
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Villigen ist zurzeit für Fahrzeuge mühsam zu passieren. Zum einen wird die Hauptstrasse saniert, was zur Folge hat, dass nur eine Spur befahrbar ist, zum anderen gibt es bei der Remigerstrasse ein Fahrverbot.

Die Remigerstrasse weist einen hohen Durchgangsverkehr auf und ist an vielen Stellen unübersichtlich und eng, was besonders das Kreuzen mit Lastwagen erschwert. Aus diesem Grund ist die Strasse schon seit Jahren mit einem Lastwagenfahrverbot belegt.

Remigerstrasse beliebte Abkürzung 

Wegen der Bauarbeiten zur Wohnüberbauung Obsteinen müssen jedoch momentan viele Lastwagen durchfahren. Ausserdem musste für die Erschliessung der Baustelle mit Strom die Strasse an mehreren Stellen aufgebrochen werden und auch im Bereich der Wasserversorgung waren schon Grabarbeiten nötig.

Das Problem an der ganzen Sache: Für viele Autofahrerinnen und Autofahrer ist die Remigerstrasse eine beliebte Abkürzung. Auf ihrer Website schreibt die Gemeinde von einer sowohl für die Anwohnerinnen und Anwohner als auch für die Bauleitung äusserst unbefriedigenden Verkehrssituation. Weiter steht: «Die Remigerstrasse ist eine beliebte Abkürzung für den Arbeitsverkehr. Dies wurde von den Baustellenverantwortlichen unterschätzt.»

Er fügt an: «Die Gemeinde hat im Mitteilungsblatt über die teilweise Sperrung der Strasse vom 23. bis 25. August im Zusammenhang mit den Arbeiten für die Werkleitungsanschlüsse informiert. Leider wurde die entsprechende Beschilderung von einem Teil des Durchfahrtsverkehrs ignoriert.»

Rückmeldungen über teils gefährliche Verkehrssituation

Wie Gemeindeammann Olivier Moser berichtet, habe es nach Beginn der Aushubarbeiten, trotz seitens der Bauleitung signalisierten Einbahnverkehrs für die Lastwagen, diverse Rückmeldungen von Anwohnerinnen und Anwohnern über die unbefriedigende und teils gefährliche Verkehrssituation gegeben.

«Der Gemeinderat entschied sich deshalb, das Quartier vom Durchgangsverkehr mittels eines Fahrverbotes für Motorwagen und Motorräder während der Bauzeit zu befreien. Dies wurde im Mitteilungsblatt der Gemeinde vom 8. September publiziert. Der seitens Bauleitung intern angeordnete Einbahnverkehr für die Lastwagen bleibt bestehen», erklärt er.

Fahrverbot soll bis zum Ende der Bauzeit dauern

Während der gesamten restlichen Bauzeit, voraussichtlich bis Ende Dezember 2024, soll es also ein Verbot für Motorwagen und Motorräder mit dem Zusatz «Ausgenommen Zubringerdienst und Landwirtschaft» geben. Das Verbot ist bereits in Kraft. Damit es jedoch während der ganzen Bautätigkeit Gültigkeit hat, läuft aktuell eine 30-tägige Auflage mit der Möglichkeit von Einwendungen bis am 10. Oktober.

Bei der Walker Architekten AG zeigt man sich erfreut über die Massnahme. «Wir begrüssen die neue temporäre Verkehrsbeschränkung auf der Remigerstrasse und sind überzeugt, dass diese Massnahme eine dauerhafte Entlastung für die Anwohnerinnen und Anwohner bringen wird», so Thomas Zwahlen.

«Ich habe bis jetzt nicht viel von der Baustelle gemerkt»

Wie eine Umfrage der AZ bei einigen Leuten, die an der Remigerstrasse wohnen, ergeben hat, empfinden manche die Situation mit der Baustelle und den vielen Lastwagen nicht als grosse Belastung, andere hingegen schon. «Ich habe bis jetzt nicht viel von der Baustelle gemerkt», sagt eine Anwohnerin, während eine andere sich sehr an den Erschütterungen, die die Lastwagen verursachen, und dem Dreck stört. Wie viele Lastwagen es sind, die täglich durchfahren, ist unklar. «Die Anzahl kann nicht genau beziffert werden», sagt Olivier Moser.

«Bei einem Bauprojekt dieser Grössenordnung ist aber mit viel Verkehr zu rechnen. Die Anlieferung der Maschinen, des Materials und der Beginn der Aushubarbeiten sind eine lastwagenintensive Phase in der ganzen Bauzeit. Später rechnen wir mit zahlreichen Lieferwagen von den verschiedenen Firmen, welche Arbeiten an der Überbauung ausführen. Und nicht zu unterschätzen sind all die Fahrten, die nötig sind, um die ganzen Baumaterialien anzuliefern.»

Wie Thomas Zwahlen erklärt, sei die Baustelle Obsteinen in mehrere kleinere Arbeitsetappen organisiert. Schon bald werde der Lastwagenverkehr bis zur nächsten Aushubetappe im November jedoch etwas zurückgehen.

(Aargauer Zeitung/Deborah Bläuer)

Quelle: Aargauer Zeitung
veröffentlicht: 17. September 2022 09:14
aktualisiert: 17. September 2022 09:14