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Ausser Mode?

Birmenstorfer Ortsbürgergemeinde sucht neue Pächter für ihren Rebberg

9. November 2021, 19:09 Uhr
Wein ja, Aufwand nein. Das ist heutzutage in etwa das Motto von den jungen Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber. Via Inserat sucht deshalb die Birmenstorfer Ortsbürgergemeinde nach neuen Pächtern für ihren Rebberg.
Die Birmenstorfer Ortsbürgergemeinde sucht via Inserat neue Pächter für ihren Rebberg.
© Getty

Den Traum von einer eigenen Rebbergparzelle und dem eigenen Wein haben viele Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber. Das könnte man meinen. Ab Januar 2022 verpachtet die Birmenstorfer Ortsbürgergemeinde für gerade einmal 90 Franken pro Jahr 16 Aren grosse Rebbergparzellen inklusive Mitbenützung eines Rebhäuschens. ArgoviaToday hat bei Stefan Krucker, Gemeindeschreiber von Birmenstorf, nachgefragt, weshalb die Ortsbürgergemeinde die Parzellen ausgeschrieben hat.

Grund für die Ausschreibung im Gemeindeblatt ist: «Wir finden niemanden, der eine Parzelle pachten möchte», so Krucker. Ein Wein-Fan nach dem anderen löst momentan den Vertrag auf.  «Die Leute, welche die Parzellen momentan gepachtet haben, besitzen diese bereits seit 30 oder 40 Jahren», so Krucker. «Sie kommen nun in ein Alter, in dem sie sich nicht mehr um die Reben kümmern können».

Dass die Parzellen für gerade einmal 90 Franken ausgeschrieben sind, klingt zwar nach wenig Geld, oft bedenken die Leute aber nicht, dass es nicht bei den schlappen 90 Franken Pachtzins im Jahr bleibt. Denn neben der Anschaffung der Reben muss man noch viel Zeit für die Pflege mit einrechnen.

Vor einigen Jahren stritten sich die Leute noch um die Parzellen am Rebberg in Birmenstorf. Damals landete man sogar auf einer Warteliste. Heutzutage werden sie einem fast nachgeworfen. Krucker weiss warum: «Eine Parzelle auf einem Rebberg ist heutzutage nicht mehr in Mode. Junge Leute haben daran nicht so grosses Interesse.» Zudem braucht man für die Bewirtschaftung eines Rebberges viel Equipment. «Dort fängt es bereits an. Die Leute wollen sich das nicht anschaffen,» begründet Krucker. Auch muss man sich bewusst sein, dass in der Bewirtschaftung einer Rebbergparzelle viel Arbeit steckt.

Auch Felix Zehnder, Hobbywinzer und Gastwirt in Birmestorf, ist sich bewusst, dass eine Parzelle auf einem Rebberg nicht mehr im Trend ist: «Man will am Wochenende lieber fortgehen, als sich um seine Trauben zu kümmern.» Doch nach seinen Aussagen sind die Parzellen momentan gut ausgebucht. Ob das in den nächsten Jahren so bleiben wird, kann man jedoch nicht voraussagen.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 9. November 2021 19:10
aktualisiert: 9. November 2021 19:09