Mann mit Gewehr

Nach dem Grosseinsatz in Umiken entschuldigt sich Verursacher bei den Nachbarn

16. Januar 2023, 21:46 Uhr
Im Brugger Ortsteil Umiken ging es am Wochenende zu und her wie in einem Krimi. Ein Anwohner stand mit einem angeblichen Sturmgewehr am Fenster. Die Polizei riegelte das ganze Quartier wegen Lebensgefahr ab. Wie konnte es so weit kommen? Der 39-jährige Verursacher erzählt.
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Der 39-jährige Mann, der sich am Wochenende mit einem vermeintlichen Sturmgewehr an seinem Fenster gezeigt hat, hat einen Grosseinsatz der Polizei ausgelöst. Wie sich herausgestellt hat, hantierte der Mann in betrunkenem Zustand aber lediglich mit einer Soft-Air-Waffe, wie Adrian Schuler von der Aargauer Staatsanwaltschaft erläutert: «Man hatte dann nach mehreren Stunden die Person dazu bewegen können, dass sie aus der Wohnung rauskommt und sich ergibt. Nach der Festnahme konnte man dann mit weiteren Gesprächen feststellen, dass die Person weder für sich selbst, noch für andere eine Gefahr darstellt.»

Strafbares Verhalten?

Alles in Ordnung, also? Nicht wirklich. Der Mann könnte sich mit seinem Handeln trotzdem strafbar gemacht haben. Auch mit einer solchen Soft-Air-Waffe kann man nämlich gegen das Waffengesetz verstossen, wie Rechtsanwalt Martin Leiser erklärt. Allerdings: «In der eigenen Wohnung in dem Sinne nur, wenn man irgendwie aus dem Fenster oder am Fenster hantiert, so dass die Öffentlichkeit das sieht. Das zählt bereits als öffentlich und eine Air-Soft-Gun fällt unter das Waffengesetz, wenn die Waffe nicht klar von einer echten Waffe unterscheidbar ist.»

«Hatte keine bösen Absichten»

Ob der 39-jährige Schweizer wegen des Alkoholeinflusses zum Zeitpunkt des Vorfalls unzurechnungsfähig war, steht noch nicht fest. Der Beschuldigte selber sagt gegenüber Tele M1, er hoffe, dass er nicht rechtlich belangt werde. Dafür gebe es schlicht keinen Grund. Es tue im leid, was passiert sei und er habe sich deshalb auch bei den Nachbarn entschuldigt. Er habe die Waffe aus Angst in die Hand genommen, näher begründen wollte er diese Angst aber nicht. Er würde aber niemandem etwas antun und sei ein lieber Typ.

Trotzdem prüft die Staatsanwaltschaft nun, gegen welche Gesetze er verstossen haben könnte.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 16. Januar 2023 21:46
aktualisiert: 16. Januar 2023 21:46