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«Rabenschwarzer Tag» beim Notfunk Aargau: Verein muss Antenne abreissen

Mellingen

«Rabenschwarzer Tag» beim Notfunk Aargau: Verein muss Antenne abreissen

08.04.2023, 19:46 Uhr
· Online seit 07.04.2023, 17:49 Uhr
Nach 27 Jahren muss die IG Notfunk Aargau-HB9NA einen neuen Standort für ihre Antenne suchen. Das, weil die Antenne für den neuen Verwalter des Gebäudes ein Dorn im Auge darstellt. Wir konnten mit dem Präsidenten sprechen.

Quelle: ArgoviaToday / Tele M1

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Was ist ein Notfunk-Verein ohne Antenne? Diese Frage muss sich nun auch Christian Huber, Präsident der IG Notfunk Aargau – HB9NA in Mellingen stellen. Denn sein geliebter Funkmast wurde nach fast 27 Jahren von der Polizei entfernt. Für Huber fiel am 4. April, der Tag, welcher der Präsident selbst als «rabenschwarzer Tag» bezeichnet, eine Welt zusammen.

«Das dürfte nicht sein»

Zum Entscheid, dass der Antenne an der Kreuzzelgstrasse in Mellingen ein Ende gesetzt wird, kam der neue Verwalter der Liegenschaft. «Der damalige Eigentümer des Mietshauses hat sie mir, einem jungen CB-Funker, schriftlich erlaubt und sogar für mich montiert», wie Huber auf seiner Website schreibt. So sollen selbst Korrosion, Blitzeinschläge sowie ein Brand anfangs Februar die Antenne nicht vom Dach vertrieben haben. Erst mit dem Wechsel der Verwaltung der Stockwerk-Eigentümer-Gemeinschaft im Jahr 2018 kam die Antenne der Funker ins Wanken. Dem neuen Verwalter waren Funk- und Satellitenantennen ein Dorn im Auge. Er kam zum Schluss, dass die Antenne wegmuss.

Um zu diesem Ziel zu gelangen, ging die neue Verwaltung sogar bis vors Obergericht. Am 5. September 2022 kam dieses zum Urteil, dass die Installation auf dem Dach illegal ist und entfernt werden muss. «Ich finde es erschreckend, dass man einem ein sinnvolles Hobby einfach verbieten kann in diesem Land. Das dürfte einfach nicht sein», so Huber gegenüber Tele M1. Für den 45-Jährigen stand deshalb fest, dass er sich weigert, die Antenne selbst vom Dach des Mellinger Wohnblocks zu entfernen.

Hausverwaltung entfernt Antenne selbst

Weil sich Huber weigerte, die Antenne selbst zu entfernen, griff die Hausverwaltung durch. Mithilfe der Polizei hat sie seine geliebte Funkstation vom Hausdach geholt. Viel Feingefühl haben die Beamten laut Huber jedoch nicht walten lassen: «Das hätte nicht sein müssen. Mal schauen, was noch zu retten ist.»

Brauchte es dafür wirklich die Polizei? Wir haben bei der Verwaltung nachgefragt. In einer Stellungnahme schreibt sie: «Das Obergericht hat die Gemeinschaft berechtigt, die Polizei in Anspruch zu nehmen, falls die Eigentümer nicht kooperierten. Die Installationen wurden nun unter Polizeischutz entfernt.»

So muss der 45-Jährige seit dem Polizeieinsatz sprichwörtlich in einem Funkloch sitzen. Das Funk-Signal funktioniert nämlich nicht mehr. «Man nimmt nur noch ein Rauschen wahr. Auch das Signal fehlt. Also genau das, was ein Amateur-Funker nicht mag.» Huber bleibt also nichts anderes übrig, als für seine Funkstation einen neuen Standort zu finden.

veröffentlicht: 7. April 2023 17:49
aktualisiert: 8. April 2023 19:46
Quelle: ArgoviaToday

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