Nur Einer von Vierzig

Studierende reichen Petition gegen Zertifikatspflicht ein

Céline Elber, 28. September 2021, 09:35 Uhr
Studierende der Fachhochschule Nordwestschweiz dürfen ab Mitte Oktober nur noch mit einem gültigen Covid-Zertifikat in die Vorlesung. Dagegen haben Studierende Unterschriften gesammelt. Am Donnerstag haben sie die Unterschriften den Verantwortlichen der FHNW übergeben.
Der Widerstand gegen die Zertifikatspflicht hält sich in Grenzen.
© KEYSTONE/Walter Bieri

324 Unterschriften gegen die Zertifikatspflicht sind bei Karin Hiltwein, der Generalsekretärin der Fachhochschule Nordwestschweiz eingegangen. Damit haben weniger als zweieinhalb Prozent der rund 13'000 Studentinnen und Studenten der FHNW die Petition unterschrieben.

Ein starkes Zeichen

Trotzdem sei das ein starkes Zeichen, meint ein Sprecher der Interessensgemeinschaft: «Wir haben die 324 Unterschriften in nur eineinhalb Tagen gesammelt. Zudem waren unsere Verteilmethoden begrenzt, als Student hat man nicht die Möglichkeit, Mails an alle Studenten gleichzeitig zu schreiben.» Ausserdem seien auch viele Studierende noch in den Ferien.

Ähnlich sieht das Karin Hiltwein: «Wir nehmen die Anliegen unserer Studierenden ernst, wir werden uns mit diesen Forderungen auseinandersetzen.» Die Fachhochschule als Institution habe jedoch auch eine Verantwortung im Bereich des Gesundheitsschutzes. Schliesslich ginge es darum, die Forderungen einiger Studierender gegen dieses gesamtgesellschaftliche Interesse abzuwägen.

Die Zertifikatspflicht bleibt

Klar ist für Karin Hiltwein: Die Zertifikatspflicht bleibt. «Die Umsetzung der Zertifikatspflicht in einer kantonsübergreifenden Hochschule ist aber sehr komplex», so Hiltwein. Wie genau sie umgesetzt werde, sei noch nicht klar. Zur Diskussion stehen Massnahmen wie Onlinevorlesungen oder Gratistests.

«Das absolute Minimum»

Für die Interessensgemeinschaft «FHNW Zertifikatsfrei» ist hingegen klar: Die Zertifikatspflicht muss weg. Ob sie sich mit Onlinevorlesungen oder Gratistests zufriedengeben würden, da seien sie sich innerhalb der Interessengemeinschaft nicht einig. Für einige wäre mit den Gratistests das Problem gelöst, andere würden sich auch durch die Testpflicht schikaniert fühlen. Das absolute Minimum wäre aber mit den Gratistests erreicht, meint der Sprecher der Interessengemeinschaft.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 16. September 2021 17:39
aktualisiert: 28. September 2021 09:35
Anzeige