Spitäler schlagen Alarm

Corona-Patienten im Aargau werden immer jünger

20. August 2021, 07:23 Uhr
Nach Aussagen von Aargauer Spitälern werden die Coronainfizierten und Corona-Hospitalisierten immer jünger. ArgoviaToday hat nachgefragt, weshalb das der Fall ist.
Corona-Infizierte werden immer jünger
© Keystone-SDA

Die Sommerferien sind zu Ende und die Arbeit oder die Schule beginnt wieder. Das bemerkt man auch bei den Corona-Zahlen, welche seither stetig steigen. So zeigt ein Blick auf die Statistik des Kanton Aargaus vom Donnerstag, dass 288 Personen innerhalb eines Tages positiv auf das Virus getestet wurden. Also so viele, wie zuletzt Anfang Januar. Doch etwas ist anders als im tiefen Corona-Winter: Im Gegensatz zu andern Phasen der Pandemie kann man sich freiwillig mit der Impfung vor dem Virus zu schützen.

«Die Patientinnen und Patienten werden immer jünger»

Zwar sind die Spitäler derzeit nicht überlastet, auffällig ist jedoch, dass die Patientinnen und Patienten immer jünger werden. Das bestätigen mehrere Aargauer Spitäler gegenüber ArgoviaToday. Und auch Christoph Fux, Chefarzt Infektiologie am Kantonsspital Aarau, sagt: «Im Vergleich zu den anderen Wellen sind die Patientinnen und Patienten jetzt um einiges jünger.» So kommt es, dass der jüngste Patient im Kantonsspital Aarau gerade einmal 19 Jahre alt ist. Das Durchschnittsalter bei den Corona-Patienten im KSA liegt zwischen 50 und 60 Jahren. Wie viele Personen genau im Kantonsspital Aarau aufgrund einer Covid-Infektion stationiert sind, teilte Fux nicht mit.

Zu reden gab auch ein Fall im Spital Leuggern. Gegenüber ArgoviaToday erzählt Spital-Direktor René Huber: «Bei uns wurde eine ungeimpfte Frau mit Jahrgang 1983 eingeliefert, die Corona hatte. Ihr Zustand verschlechterte sich sehr schnell, weshalb wir die Patientin ins Kantonsspital Baden verlegen mussten. Zwischenzeitlich musste sie ins Universitätsspital Zürich verlegt werden.»

Darum sinkt der Altersdurchschnitt

Weshalb der Altersdurchschnitt der hospitalisierten Corona-Infizierten sinkt, ist für KSA-Chefinfektiolge Fux klar: «Die meisten Corona-Patienten sind noch nicht vollständig oder gar nicht geimpft.» Das zeigen auch die Statistiken vom Kanton Aargau.

Ein schwerer Verlauf der Erkrankung lässt sich laut Fux durch die Impfung verhindern. So wurden bis jetzt im Aargau gerade einmal zwei Prozent der geimpften Personen hospitalisiert. Auch für die Mitarbeitenden ist dies nicht leicht mitanzusehen, wenn eine junge Person mit einer Corona-Erkrankung eingeliefert wird. So ist es auch bei René Huber, Direktor des Spitals Leuggern: «Uns sind die Hände gebunden. Man kann keinen zwingen, sich impfen zu lassen.» Es sollte also im Interesse von allen sein, sich gegen das Virus zu impfen.

(mbr)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 20. August 2021 07:23
aktualisiert: 20. August 2021 07:23
Anzeige