Über eine Million Franken

Digitaler Liebesbetrug fordert weiteres Opfer – Polizei warnt vor «Romance Scam»

1. Juli 2022, 09:52 Uhr
Eine Aargauerin ging im Internet einem falschen Märchenprinzen auf den Leim und verlor mehrere zehntausend Franken. Das sei jedoch kein Einzelfall, denn vermehrt fallen Personen auf die sogenannte «Lover Boys» rein.
Die Kantonspolizei warnt vor Internetbetrügern.
© KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

Die Frau wurde anfangs Jahr von einem Dr. Joseph Greyson auf Facebook angeschrieben. Die 62-Jährige fand an dem gutaussehenden Herrn Gefallen. Wie die Kantonspolizei Aargau in einer Mitteilung schreibt, gab der Mann vor, als Arzt für die UNO im Sudan tätig zu sein. Der schriftliche Austausch vertiefte sich und die Betrügermasche begann. Der Mann erklärte seinem Opfer, dass er bei einem Schweizer Geschäft ein Geschenk für seine Tochter bestellt habe und dieses an ihre Adresse schicken möchte. Die 62-Jährige willigte ein und leitete das Geschenk in den Sudan zu ihrem «Lover Boy» weiter. Dieses Vorgehen wiederholte sich mehrere Male, auf den Rechnungen der Versandhändler blieb sie jedoch sitzen. Weiter liess sich die Betroffene dazu überreden, über 20'000 Franken für Zoll- und Frachtgebühren zu überweisen.

Nach einiger Zeit nahmen die Zweifel bei der Frau Überhand und sie durchschaute den Schwindel. Sie erstattete bei der Kantonspolizei Aargau Anzeige.

«Romance Scam» ist kein Einzelfall

Bei der 62-jährigen Frau handelt es sich laut der Polizei um keinen Einzelfall. Betrüger nehmen viel Zeit und Geduld in Kauf, um Vertrauen zu den Opfern aufzubauen. Danach kassieren sie im grossen Stil ab. Fakt ist dabei, dass die vermeintlichen Liebhaber reine Fantasiefiguren sind.

Das als «Romance Scam» bekannte Phänomen ist zu einer der häufigsten Betrugsformen geworden und fordert laufend neue Opfer. Allein im laufenden Jahr summierte sich der gesamte Deliktsbetrag im Aargau auf weit über eine Million Franken. Bei grosser Dunkelziffer dürften allerdings noch weit mehr Opfer betroffen sein. Die Kantonspolizei Aargau warnt abermals vor dieser Betrugsmasche und mahnt zu Wachsamkeit.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 1. Juli 2022 09:56
aktualisiert: 1. Juli 2022 09:56
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