An der Schule in Safenwil gehen die Emotionen hoch. Evangelikale Christen planen dort offenbar, ein regelmässiges Lehrergebet durchzuführen, einige Lehrpersonen wehren sich dagegen und haben die Schulaufsicht eingeschaltet. Das berichtet die «NZZ am Sonntag».
Schulleiter hat freikirchlichen Hintergrund
Hinter dem Lehrergebet steht Lehrerin Tabea Sieber, die mit ihrem Ehemann eine charismatische Bewegung mit radikalen Heilsversprechen anführt, so die Zeitung. Sie verstünden sich als Jünger Jesu und bilden junge Menschen zu missionarischen Aktivisten aus.
Der Safenwiler Schulleiter Matthias Bär, der selbst einst in der Freikirche Vineyard aktiv war, unterstützt die Idee eines Lehrergebets. Wegen seines freikirchlichen Hintergrunds sei der Schulleiter aber in einem Rollenkonflikt, kritisieren einige Lehrer.
Schulräume dürfen privat genutzt werden
Bär bezeichnet das Lehrergebet gegenüber der «NZZ am Sonntag» als eines von verschiedenen Angeboten, um die Lehrer zu stärken – wie Gymnastik über Mittag oder ein gemeinsames Feierabendbier.
Auch der Kreisschulvorstand entschied, dass Schulräume während der unterrichtsfreien Zeit privat durch Mitarbeitende der Schule zum Gebet benutzt werden dürfen.
Tabea Sieber ihrerseits, verstehe die Aufregung um ihr Lehrergebet nicht, schreibt die NZZ. Es sei von den Behörden bewilligt, transparent und öffentlich. Das sei nicht missionarisch, jedenfalls nicht in dem Sinne, «dass der andere meine Meinung übernehmen soll», sagt sie der Zeitung.
(red)