Energie

FDP Aargau will neue Atomkraftwerke

19. Januar 2022, 09:59 Uhr
Wie es aus dem am Dienstagabend veröffentlichten Positionspapier der Aargauer Freisinnigen hervorgeht, will die Partei unter anderem, dass die Laufzeit der Atomkraftwerke verlängert wird. In der Klimakrise dürfe die Atomkraft kein Tabu mehr sein.
Mit Jahrgang 1984 ist das KKW Leibstadt das jüngste und leistungsstärkste Kernkraftwerk der Schweiz. (Archiv)
© Keystone

Am Parteitag am Dienstag verabschiedeten die Aargauer Freisinnigen ein Positionspapier, in dem sie fordern, dass Atomkraftwerke (AKW) so lange in Betrieb bleiben sollen, bis sie nicht mehr sicher sind. Ausserdem solle sowohl das Neuverbot als auch das Technologieverbot abgeschafft werden. «Für die langfristige Sicherstellung der Versorgungssicherheit müssen der Bund und der Kanton Aargau eine technologieoffene Forschungsoffensive starten. Das Ziel ist, bis 2050 eine möglichst CO2-neutrale Stromversorgung im Winter sicherzustellen. Dabei darf auch die Kernkrafttechnologie kein Tabu mehr sein», so die FDP Aargau. Um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen, seien die AKWs notwendig.

Um eine Stromlücke zu verhindern, müsse man Massnahmen ergreifen, so Parteipräsidentin Sabina Freiermuth. «Dazu gehört auch, die Laufzeiten der Kernkraftwerke zu verlängern und zwingend alle zur Verfügung stehenden Technologien gleichwertig zu behandeln. Hierzu sind sämtliche Technologieverbote aufzuheben.» Grossrat Adrian Meier, der für die FDP im Kantonsparlament das Energieressort leitet, hielt am Dienstag fest: «Ich sage es hier deutlich, das Verbot für den Bau von neuen Kernkraftwerken muss aufgehoben werden.»

Kritische Stimmen innerhalb der Partei

Innerhalb der Partei sind sich nicht alle einer Meinung. Allen voran Nationalrat Matthias Jauslin. Laut der «Aargauer Zeitung» kritisierte er das Positionspapier am Parteitag stark. Ein solches dürfe man aus seiner Sicht nicht veröffentlichen, sagte er der Zeitung gegenüber. Dennoch, eine grosse Mehrheit der FDP Aargau ist dafür: Mit 53 zu 15 Stimmen wurde das Positionspapier verabschiedet.

Nach dem Reaktorunfall von Fukushima beschloss der Bundesrat 2011, schrittweise aus der Kernenergie auszusteigen. Neue Atomkraftwerke werden damit verboten und die bestehenden Kernkraftwerke dürfen, solange sie sicher sind, in Betrieb bleiben. In der Praxis bedeutet dies, dass bis Mitte des Jahrhunderts alle AKWs in der Schweiz abgeschaltet werden. Dagegen gibt es immer mehr politischen Widerstand: zum Beispiel von der FDP Aargau.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 19. Januar 2022 09:53
aktualisiert: 19. Januar 2022 09:59
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