Aargau/Solothurn

FDP-Präsident Thierry Burkart klar im Amt bestätigt

Parteiversammlung in Möriken

FDP-Präsident Thierry Burkart klar im Amt bestätigt

· Online seit 22.06.2024, 17:33 Uhr
Der Aargauer Ständerat Thierry Burkart steht für weitere zwei Jahre an der Spitze der FDP Schweiz. Die Delegierten bestätigten Burkart am Samstag in Möriken mit viel Applaus im Amt. Zudem will die FDP die Schule umbauen.
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Der Aargauer Ständerat Burkart steht für weitere zwei Jahre an der Parteispitze der FDP. Die Delegierten bestätigten Burkart mit viel Applaus im Amt. Der 48-jährige Rechtsanwalt ist seit 2021 Präsident der Bundesratspartei.

Die Delegierten fassten auch die Parolen zu den beiden Vorlagen der eidgenössischen Volksabstimmung vom 22. September. Die Ja-Parole zur Pensionskassenreform wurde mit 272 zu 2 Stimmen gefasst. Es sei eine gute und wichtige Reform, hiess es. Die Biodiversitätsinitiative empfahlen die Delegierten mit 256 zu 5 Stimmen zur Ablehnung.

Die FDP Schweiz will die Volksschule umbauen

Viel diskutiert wurde an der Delegiertenversammlung in Möriken auch über die Schule. Die Volksschule sei am Anschlag, sagte Parteipräsident Burkart. Sie werde überfordert. Man habe den Eindruck, dass man alles innerhalb der Schule lösen müsse, was die Gesellschaft an die Schule herantrage. «Die Gesellschaft hat darauf gewartet, dass wir darüber diskutieren», sagte Burkart. Die FDP tue gut daran, klare Positionen zu beziehen. Er habe viele positive Reaktionen erhalten.

Die Partei skizziert ihre Forderung für die Neuausrichtung der Volksschule in einem Strategiepapier mit dem Titel «Volksschule am Anschlag: Zurück zum Bildungsauftrag». Die Delegierten verabschiedeten das Papier mit 249 Ja- zu 4 Nein-Stimmen bei 7 Enthaltungen. Sie behandelten zuvor zwei Dutzend Änderungsanträge, die mehrheitlich abgelehnt wurden.

Erstsprache wichtiger als Fremdsprache

Die FDP will, dass in der Unterstufe das Erlernen der lokalen Erstsprache im Vordergrund steht. Erst danach sollen die Schülerinnen und Schüler eine Zweit- oder Fremdsprache lernen müssen, heisst es im Papier.

In diesem Punkt schwächten die Delegierten die vorgelegte Strategie ab: Zunächst hiess es im Papier, dass das Frühfranzösisch und das Frühenglisch aus dem Stundenplan gestrichen werden sollten.

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Abschaffen möchte die FDP jedoch die integrative Schule. Vorhandene Schwächen bei den Schülerinnen und Schüler müssten gezielt und individuell gefördert werden. Die künstliche und sehr «teure Gleichmacherei» in Form einer ausnahmslosen Integration nütze niemandem und untergrabe die Chancengleichheit.

Unterrichtssprache verstehen

Fremdsprachige Kinder sollen nach Ansicht der Partei vor dem Eintritt in die Volksschule konsequent die lokale Sprache erlernen. Auch Sonderklassen, die sich zunächst auf den Spracherwerb konzentrierten, seien zu prüfen. Es sei eine zwingende Voraussetzung für die Chancengleichheit, die Unterrichtssprache zu verstehen.

Die FDP spricht sich im Papier weiter gegen «ideologisch motivierte Versuche» aus, die Schulnoten abzuschaffen. Das Leistungsprinzip sei wichtig für die Entwicklung der Belastbarkeit der Kinder. Keinen Platz haben aus Sicht der Partei ideologische und «woke» Lehrmittel. Die Unterrichtsstoffe müssten möglichst neutral vermittelt werden.

Gegen Bildungsbürokratie

Das Positionspapier listet 17 Handlungsfelder auf. So soll es in der Volksschule weniger Formulare und mehr Unterricht geben. Auch bei den Lehrpersonen müsse sich Leistung lohnen, heisst es. Die Bildungsbürokraten müssten gestoppt werden, dafür sollten die Lehr- und Fachpersonen gestärkt werden.

Im Papier wird mehr Respekt im Schulzimmer gefordert. Auf der Primarschulstufe müssten Smartphones aus dem Unterricht verbannt werden. Beim Einsatz von digitalen Hilfsmitteln in der Schule sollten die Chancen genutzt und die Risiken erkannt werden.

(red / sda)

veröffentlicht: 22. Juni 2024 17:33
aktualisiert: 22. Juni 2024 17:33
Quelle: ArgoviaToday

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