Personalmangel

FDP will Mindestpensum für Lehrpersonen im Aargau – Experten kontern

22. Juni 2022, 19:03 Uhr
Noch immer werden im Aargau über 300 Lehrpersonen gesucht. Da viele nur mit tiefem Pensum arbeiten, will die FDP hier ansetzen. Kathrin Scholl vom Aargauischen Lehrerverband hält das aber für kontraproduktiv.
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Quelle: TeleM1

Mit allen Mitteln versuchen Schulen, neues Lehrpersonal zu finden. Dennoch sind im Aargau derzeit über 300 Lehrer-Stellen unbesetzt. Mit einem Vorstoss will die FDP nun Abhilfe schaffen: Lehrpersonen sollen nicht mehr mit Kleinstpensen eingestellt werden. Stattdessen sollen höhere Pensen vorgeschrieben werden, erklärt die Aargauer FDP-Grossrätin Suzanne Marclay-Merz gegenüber TeleM1. Man müsse Anreize schaffen, «damit eben die Lehrpersonen nicht mit Kleinstpensen wie 10 oder 20 Prozent tätig sind».

Kathrin Scholl, Präsidentin des Aargauischen Lehrerverbands, hält von dieser Idee wenig: «Ich gehe davon aus, dass wenn man es erzwingt, es eher kontraproduktiv ist, weil wir dann alle, auf die wir angewiesen sind, eher nicht mehr im System haben.» Mit anderen Worten: Lehrpersonen mit Kleinstpensum würden eher den Job an den Nagel hängen und sich etwas anderes suchen, als das Pensum zu erhöhen. «Das haben wir jetzt schon an einigen Schulen erlebt», so Scholl.

Auch Grünen-Grossrat und Schulleiter Daniel Hölzle hält den Vorschlag der FDP für den falschen Ansatz. Trotzdem ist auch er der Meinung, dass es Massnahmen braucht. Etwa mehr Praxis in der Ausbildung oder familienergänzende Kinderbetreuung. Der Kanton prüft nun, welche Option er als geeignet erachtet.

(vro)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 22. Juni 2022 19:03
aktualisiert: 22. Juni 2022 19:03
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