Aargau/Solothurn

Feuerbrand – Vom erbitterten Kampf gegen einen Pflanzenschädling

Feuerbrand

Vom erbitterten Kampf gegen einen Pflanzenschädling

· Online seit 23.10.2021, 08:36 Uhr
Es ist die gefürchtetste Pflanzenkrankheit unter den Obstbauern: Feuerbrand. Die Bakterienkrankheit kann sich seuchenartig unter Apfel-, Birnen und Quittenbäumen ausbreiten. Um das zu verhindern, führt der Aargau einen erbitterten Kampf gegen diesen Schädling – und der zeigt Erfolge.
Anzeige

In den letzten zwei Jahren wurde der gesamte Kanton Aargau vom Feuerbrand verschont. Dazu beigetragen hat einerseits das Wetter, erklärt Andreas Distel, der Leiter des kantonalen Pflanzenschutzdienstes: «Dieses Jahr war die Situation sehr komfortabel. Die Frostnächte im Frühling haben uns in die Karten gespielt.» Hauptgrund für die gute Lage sei aber die stringente Strategie gegen den Schädling: Feuerbrandbefall ist auf Aargauer Kantonsgebiet melde- und bekämpfungspflichtig.

In jeder Gemeinde gibt es dafür eine Feuerbrandverantwortliche Person. Diese kontrolliert regelmässig Hausgärten, öffentliche Anlagen und Industrieareale auf Feuerbrandsymptome. Wird an einer Pflanze Feuerbrand entdeckt, wird diese umgehend vernichtet.

Ein Sieg gegen den Schädling?

Auf den Erfolgen dieser Strategie dürfe man sich aber nicht ausruhen, warnt Distel: «Würde man sich jetzt zurücklehnen, könnte der Feuerbrand sehr schnell wiederkehren.» Die Folgen von Feuerbrand sind für betroffene Pflanzen schlimm. Blätter welken und verfärben sich braun oder schwarz, die Triebspitzen krümmen sich nach unten. Die Pflanze sieht - wie es der Name der Pflanzenkrankheit verrät - verbrannt aus. Innerhalb von wenigen Wochen sterben junge Pflanzen ab, ältere Pflanzen halten noch eine Weile länger durch. Für Distel ist klar: «Macht man nichts, wird eine wirtschaftliche Obstproduktion schwierig.»

Auch andere Organismen werden bekämpft

Neben Feuerbrand werden die Aargauer Gärten jährlich auch auf Ambrosia kontrolliert. Die eingeschleppte Pflanze verdrängt nicht nur einheimische Pflanzen, sie ist auch gesundheitsschädlich. Ambrosia-Pollen können bereits in kleinen Mengen Heuschnupfen, Bindehautreizungen und allergisches Asthma hervorrufen. Aber auch bei der Ambrosia zeigen die strengen Kontrollen Wirkung: Nur noch vereinzelte Exemplare werden entdeckt und vernichtet.

(cel)

veröffentlicht: 23. Oktober 2021 08:36
aktualisiert: 23. Oktober 2021 08:36
Quelle: ArgoviaToday

Anzeige

Mehr für dich

Anzeige
Anzeige
argoviatoday@chmedia.ch