Trockenheit

Feuerwerksverbot im Aargau: Was passiert, wenn man dagegen verstösst?

Vroni Fehlmann, 28. Juli 2022, 11:39 Uhr
Seit Mittwoch gilt im Aargau ein absolutes Feuerwerksverbot. Die einen freuts, die anderen sind enttäuscht. Doch was passiert, wenn man dennoch eine Rakete steigen lässt? Wir klären die wichtigsten Fragen.
Wer trotz Verbot Feuerwerk zündet, riskiert eine Verzeigung bei der Staatsanwaltschaft.
© KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA

Was gilt genau?

Auf dem ganzen Kantonsgebiet ist das Abbrennen von Feuerwerk jeglicher Art bis auf Weiteres verboten. Dies seit Mittwoch, 27. Juli. Bereits eine Woche zuvor wurde die Waldbrand-Gefahrenstufe von 3 auf 4 angehoben. Das heisst, dass das Feuern im Wald und an Waldrändern (50 Meter Abstand) verboten ist. Gas- und Elektrogrills sind ausgenommen. Generell darf im ganzen Kanton nur in befestigten Feuerstellen grilliert werden. Rauchwaren dürfen nicht weggeworfen werden. Bei starkem Wind ist das Feuern grundsätzlich zu unterlassen, da der Funkenflug einen Brand verursachen kann. Zudem dürfen Feuer nie unbeaufsichtigt gelassen werden. Wer die Feuerstelle verlässt, muss sicherstellen, dass das Feuer gelöscht ist.

Welche Massnahmen wo gelten.

© Kanton Aargau

Gibt es Ausnahmen beim Feuerwerk?

Nein. Auch Zuckerstöcke, bengalische Zündhölzer oder Knallteufel sind verboten. Ein Funke reicht nämlich, um einen Brand auszulösen. Das beweist die Zunahme an Kleinbränden in Siedlungsgebieten, wie Stephanie Renner, Sprecherin des kantonalen Führungsstabs, gegenüber Radio Argovia erklärt.

Kann ich wenigstens das Feuerwerk einer Bundesfeier schauen?

Nein, auch für die Gemeinden gibt es keine Ausnahme. Einzelne Gemeinden haben bereits ein Alternativprogramm erarbeitet. In Zufikon beispielsweise findet eine musikalische Wassershow statt. Die Bundesfeier der Gemeinde Böztal wird von der Musikgesellschaft Hornussen begleitet. Auch eine sportliche Darbietung ist geplant.

Was passiert, wenn ich trotzdem Feuerwerk zünde?

«Wer gegen das kantonale Feuerwerksverbot verstösst, verstösst auch gegen das Brandschutzgesetz», erklärt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau. Im schlimmsten Fall droht eine Verzeigung bei der Staatsanwaltschaft. Allerdings will die Polizei die Menschen wenn möglich mit Verwarnungen zur Raison bringen. «Wenn sich jemand uneinsichtig zeigt oder andere Gründe dagegen sprechen, dann muss die Person mit einer Verzeigung rechnen.»

Wars das jetzt oder muss ich mit weiteren Einschränkungen rechnen?

Die Verantwortlichen verfolgen die Wetterentwicklung weiter. Sollte es bezüglich Trockenheit in den nächsten Wochen keine Besserung abzeichnen, drohen weitere Verschärfungen. Das würde bedeuten, dass die Gefahrenstufe auf 5 erhöht würde. In diesem Fall wäre ein Ausbruch eines Brandes jederzeit möglich, Waldbrände wären kaum zu löschen. Das Feuern im Freien würde dann generell verboten werden.

Was denkst du über das Feuerwerksverbot? Schreib es in die Kommentare!

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 1. August 2022 06:47
aktualisiert: 1. August 2022 06:47
Anzeige