Zentrum Wohlen

Ein Einbahnring für Gemeinderat weiter keine Option

15. August 2022, 07:48 Uhr
In einer Motion forderte SVP-Einwohnerrat Manfred Breitschmid vom Wohler Gemeinderat ein Projekt mit einem Versuchsbetrieb eines Grosskreisels auszuarbeiten. Davon hält dieser aber aus verschiedenen Gründen nichts. Er steht der Motion ablehnend gegenüber.
Verkehr auf dem Kirchenplatz in Wohlen.
© AZ / Marc Ribolla
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Die Verkehrsproblematik auf den Strassen im Wohler Zentrum, gerade zu den Stosszeiten, ist bekannt. Staus und mühsam langsames Vorankommen sind an Werktagen an der Tagesordnung. Besonders im Bereich der Zentralstrasse, der Bünzstrasse, der Bremgarterstrasse und dem Kirchenrain. Aber auch mit Auswirkungen auf die Kapellstrasse oder Friedhofstrasse.

Ein weiteres Kapitel in der langjährigen Saga der Bekämpfung des Verkehrschaos schlug im Mai SVP-Einwohnerrat Manfred Breitschmid auf. Er reichte eine Motion ein, worin er den Gemeinderat beauftragt, dem Einwohnerrat einen Bericht und Antrag zu präsentieren. Titel des Projekts: «Versuchsbetrieb Grosskreisel Zentrum Wohlen.»

Breitschmid schlug darin vor, die Zentralstrasse, Bünzstrasse und den Kirchenrain im Kreiselsystem zu betreiben. Davon betroffen wären auch die Kreisel beim «Bären», der UBS und beim Kirchenplatz. Nun liegt seit Freitag die Haltung des Gemeinderats zur Motion vor. Er beantragt dem Einwohnerrat, die Motion nicht zu überweisen. Diese wird am 29. August im Rat behandelt. Für die ablehnende Haltung führt die Exekutive verschiedene Gründe auf.

2012 wurde definitiv und explizit auf Grosskreisel verzichtet

Weil es sich teilweise um Kantonsstrassen handelt, könne der Gemeinderat bei einer Überweisung des Vorstosses den Auftrag «nicht ohne Zustimmung und nur in Zusammenarbeit mit dem Kanton erfüllen.» Weiter führt er aus, dass der Einbahnring bereits mehrfach geprüft und wieder verworfen worden sei. Zuletzt im Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) aus dem Jahr 2012, wo auf den Grosskreisel explizit und definitiv verzichtet worden sei. Er erklärt: «Alle Nachfolgeplanungen und Verkehrsprojekte sind auf ein Gegenverkehrsregime ausgerichtet.»

Verkehrstechnisch argumentiert der Gemeinderat unter anderem, dass der Schleichverkehr durch die Wohnquartiere zunehmen würde oder ein Grosskreisel zahlreiche Umwegfahrten zur Folge haben würde. Und auch die Busse wären betroffen: «Die Fahrplanstabilität des öffentlichen Verkehrs kann mit den längeren Fahrwegen nicht mehr garantiert werden.»

Verkehrstechnisch argumentiert der Gemeinderat unter anderem, dass der Schleichverkehr durch die Wohnquartiere zunehmen würde oder ein Grosskreisel zahlreiche Umwegfahrten zur Folge haben würde. Und auch die Busse wären betroffen: «Die Fahrplanstabilität des öffentlichen Verkehrs kann mit den längeren Fahrwegen nicht mehr garantiert werden.»

Der Gemeinderat weist weiter darauf hin, dass ein solches Testprojekt baulich und finanziell grosse Auswirkungen hätte. «Sämtliche Ein- und Ausfahrten zum Einbahnring/Grosskreisel müssen überprüft und angepasst werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.» Abschliessend heisst es, dass die Wirksamkeit und Umsetzbarkeit eines Einbahnrings im Wohler Zentrum als nicht erreichbar eingeschätzt werde.

( Marc Ribolla / Aargauer Zeitung)

Quelle: Aargauer Zeitung
veröffentlicht: 15. August 2022 07:27
aktualisiert: 15. August 2022 07:48