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Sternenfahrt

Leuchtende Kinderaugen dank V8-Motoren

Janina Schenker, 13. November 2021, 05:43 Uhr
Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Und diese rückt nun immer näher. Auch die Organisation Sternenfahrt will helfen. Bisher erhielten schon über 400 Kinder mit ihren Angehörigen bei einer Fahrt in einem US-Car eine Auszeit vom oft beschwerlichen Alltag.
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Quelle: sternenfahrt.ch

Ob Asperger-Syndrom, eine Hirnverletzung, der Tod eines Elternteils oder ein Leben in Armut: Manche Kinder haben es nicht leicht im Leben. Dem sollen Sternenfahrten entgegenwirken. Mit einem Ausflug in einem amerikanischen Auto mit V8-Motor sollen sich Kinder bereits Monate vorher auf einen Tag voller Leichtigkeit und Unbeschwertheit freuen. Noch Wochen danach sollen sie laut der ehrenamtlichen Organisation Sternenfahrt in Muri davon zehren.

Bereits jetzt ist die Organisation wieder an der Planung für drei weitere Sternenfahrten im nächsten Jahr. Die Fahrerinnen und Fahrer der Sportwagen tragen die Kosten für ihre Fahrzeuge sowie weitere Auslagen selbst. Damit wollen sie den Kindern eine Freude machen. Die Spenden der ehrenamtlichen Organisation aus Muri, fliessen dabei in die Verpflegung der Familien sowie in ein T-Shirt und ein Modellauto für jedes Kind – als Erinnerung an den Ausflug im PS-starken Auto.

Eine emotionale Achterbahnfahrt

Der Organisator Reto Frank erlebte die letzten sechs Jahre als sehr emotional. Die Rückmeldungen der Kinder und Eltern berührten ihn sehr. «Wenn eine Mutter erzählt, dass ihr Kind vom Asperger-Syndrom betroffen ist und normalerweise kaum spricht, nach der Fahrt im Sportwagen aber nicht mehr aufhört zu erzählen, ist das wunderschön», so Frank. Er selber habe mit der Gesundheit ein solches Glück, dass er das Bedürfnis verspürte, ein Stück davon weiterzugeben. Daher habe er die Organisation gegründet und seit 2016 regelmässig Sternenfahrten organisiert. Immer wieder gebe es schöne Erinnerungen. «Ich sage immer: Am Ende des Tages fahre ich nicht, sondern schwebe nach Hause – auf Wolke sieben», so der Organisator. 

Es gebe aber auch traurige Erinnerungen. So habe sich einmal eine Familie zu fünft angemeldet, sei aber nur zu viert erschienen, da ein Kind in der Zwischenzeit verstorben war.

«Die Familien gehen insgesamt sehr offen mit ihrem Schicksal um. So erfahre nicht nur ich, sondern auch die Fahrer, dass teilweise sogar schon die Beerdigung von Kindern mit schweren Krankheiten geplant ist.» Das Leuchten der Kinderaugen, die Freudentränen und das Glück, würden in diesem Moment aber die tragischen Schicksale überstrahlen.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 13. November 2021 05:44
aktualisiert: 13. November 2021 05:43