Zug nach Zug

Muri bangt um neue S-Bahn – weil zu wenig Pendler mitfahren

7. April 2022, 15:43 Uhr
Seit dem Sommer 2021 verkehrt die neue Direkt-S-Bahn von Wohlen via Muri und Rotkreuz nach Zug. Genutzt wird diese Linie aber sehr spärlich. Der Gemeindepräsident von Muri fordert nun seine Bevölkerung dazu auf, diese Verbindung mehr zu nutzen, damit sie nicht eingestellt wird.
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Quelle: ArgoviaToday/Leonie Projer

Mittwochmorgen, 6:39 Uhr, am Bahnhof Muri. Eine grosse Menschentraube bewegt sich zum Gleis 3, um die «S26» in Richtung Olten zu erwischen. Drei Minuten später, um 6:42 Uhr, rollt die «S» auf Gleis 4 ein, welche von Muri mit Zwischenstopps direkt nach Zug fährt. Hierhin hat sich jedoch nur eine Handvoll Pendler verirrt, welche in den Zug steigen. Mit dabei der Murianer Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger und ArgoviaToday. In den 32 Minuten Fahrt nach Zug erklärt er, warum diese Linie so wichtig für die Freiämter Gemeinde ist, obwohl sie kaum genutzt wird.

Wichtiger Anschluss nach Zug

«Wir haben viele Leute hier, die in Zug arbeiten. Nicht nur in Muri, sondern in der ganzen Region», sagt Hans-Peter Budmiger. «Und es ist einfach eine attraktive Verbindung, wenn man sich einfach hineinsetzen kann und ohne Umsteigen dann in Zug ankommt.»

One-way

Die Linie «S» fährt zwar direkt von Wohlen nach Zug, aber es gibt keine direkte Verbindung von Zug nach Wohlen. «Es wäre natürlich viel attraktiver, wenn man am Morgen direkt nach Zug und am Abend wieder ohne Umsteigen nach Muri pendeln kann», so Hans-Peter Budmiger. «Leider gibt es diese Verbindung noch nicht. Diese würde es erst geben, wenn der Zug am Morgen gesichert ist.» Es sei also umso wichtiger, dass es im Zug am Morgen viele Leute hat, damit es künftig eine neue Verbindung am Abend zurück geben könnte. «Wir merken von anderen Strecken, dass es sehr beliebt ist, nicht umsteigen zu müssen. Von Muri fährt ein Zug direkt nach Zürich. Dieser wird viel mehr genutzt als die eigentlich schnellere Verbindung mit Umstieg in Lenzburg.»

Schwere Startphase

Die Verbindung von Wohlen beziehungsweise Muri direkt nach Zug gibt es erst seit Sommer 2021. «Diese Linie ist in einer schweren Zeit angelaufen, nämlich in der Pandemie», so Budmiger. «Gerade in Zug hat es viele Unternehmen, die im Dienstleistungssektor arbeiten. Das sind Leute, die während Corona eher im Homeoffice waren», erklärt sich der Murianer Gemeindepräsident die schlechte Frequenz in der neuen S-Bahn. «Zudem ist der Mensch ein Gewohnheitstier, der gerne immer mit demselben Zug zur Arbeit fährt. Da nimmt man eher noch den Zug, welchen man vor zwei Jahren genommen hat und da musste man noch in Rotkreuz umsteigen.» Die direkte Linie nach Zug müsse also noch bekannter werden.

(mfr/pro)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 7. April 2022 07:32
aktualisiert: 7. April 2022 15:43
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