Aargau/Solothurn

Fricktaler Millionenprojekt vor dem Aus: Regierung verlangt Rückbau trotz Baubewilligung

Finanzieller Scherbenhaufen

Regierung verlangt Rückbau trotz Baubewilligung – was lief schief?

· Online seit 05.12.2023, 21:16 Uhr
Die Aargauer Regierung verlangt von einem Bauherrn in Mettau im Fricktal den Rückbau, obwohl eine Baubewilligung erteilt wurde. Über eine Million Franken hat er schon in das Projekt investiert. Doch wie kam es zu diesem Chaos?

Quelle: Tele M1 / Archivbeitrag vom 05. Dezember 2023

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Eigentlich soll an jenem lauschigen Fleckchen ein Terassenhaus entstehen. Alles ist bereit für den Bau – auch die Baubewilligung wurde erteilt und ein paar der Wohnungen bereits verkauft. Seit Juni steht aber nun alles still. Baustopp.

Baustopp trotz Bewilligung

In Mettau, wo das Haus gebaut werden soll, gibt das zu reden. «Das ist natürlich ein Hammer. Der Bauherr hatte ja eigentlich die Baubewilligung von Kanton und Gemeinde», so ein Nachbar gegenüber Tele M1. Doch diese scheint mittlerweile nichtig zu sein. Der Bau musste gestoppt werden – weil das Haus laut Kanton Aargau in einer Schutzzone liegt. So wie auch der Garten der Nachbarn. Dies erfahren sie aber nur zufällig, durch den Baustopp. «Ich finde das eine Willkür, dass Bund wie auch Kanton, ohne zu informieren, praktisch eine Enteignung vornehmen kann», kritisiert ein weiterer Anwohner des betroffenen Quartiers Räbächerli.

Fehlende direkte Kommunikation 

Die Trockenwiese in Mettau wurde vom Bund bereits 2010 für die Biodiversität als Schutzzone definiert. Die entsprechenden Parzellen sind allerdings seit mehreren Jahren Bauland. Ein wichtiger Teil dieses Prozesses ging allerdings vergessen. «Weder Kanton noch Bund haben direkt die Gemeinde beziehungsweise die Eigentümerschaft informiert», sagt Christian Kramer, Gemeindepräsident Mettauertal. Auch bei späteren Teil- und Gesamtrevisionen wurde nicht darauf aufmerksam gemacht.

Trotzdem soll der Investor laut der Neuen Fricktaler Zeitung nun alles zurück bauen – dies, obwohl er bereits über eine Million Franken investiert hat. Wer für diesen Schaden aufkommt, ist noch unklar. Weder der Bauherr noch der Kanton haben sich bisher dazu geäussert.

(red.)

veröffentlicht: 5. Dezember 2023 21:16
aktualisiert: 5. Dezember 2023 21:16
Quelle: ArgoviaToday

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