Kritik auf Twitter

Glarner schiesst gegen Wermuth wegen Flug nach Budapest

4. Oktober 2022, 06:29 Uhr
SVP-Nationalrat Andreas Glarner kritisiert seinen Amtskollegen Cédric Wermuth wegen einer Reise nach Budapest. Der SP-Nationalrat soll geflogen sein, obwohl er einst sagte, kurze Flüge sollten verboten werden.
Der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner kritisiert, dass SP-Nationalrat Cédric Wermuth mit dem Flugzeug nach Budapest gereist sein soll.
© KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
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Der Aargauer SP-Nationalrat Cédric Wermuth soll mit dem Flugzeug nach Budapest gereist sein. Der Haken: 2019 sagte er als Ständeratskandidat der SP, dass Flüge an Ziele, die in zehn bis zwölf Stunden mit dem Zug erreichbar sind, verboten werden müssten. Die Reisedauer nach Budapest beträgt mit dem Zug etwa elf Stunden.

SVP-Nationalrat Andreas Glarner kritisiert Wermuth deswegen nun auf Twitter. Er teilte dort drei Fotos: Das Wermuth-Zitat zum Flugverbot, die Reisedauer mit dem Zug nach Budapest und einen Screenshot einer Instagram-Story von Wermuth als Beweis, dass er sich dort aufhält. Dazu schreibt er: «Wer jetzt noch SP wählt, ist selber schuld…» Warum er überhaupt weiss, dass Wermuth im Flugzeug war, erklärt Glarner gleich selbst auf Facebook: «Ich sass zufällig im gleichen Flieger.»

Auch die «Weltwoche» schiesst nun gegen den SP-Nationalrat. Dort schreibt der ehemalige SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli: «Auf Twitter blieb Wermuth während seiner Flugreise schön stumm. Kaum aber ging’s Richtung Ukraine, wo er sich auch noch etwas präsentieren will, veröffentlichte er für seine Fans bewegte Bilder – selbstverständlich nicht aus einer Swiss-Kabine, sondern aus einem rollenden Zug.» Sein Flugverbot gelte nur für alle anderen, schreibt Mörgeli.

Auf Wermuths Kanälen in den sozialen Netzwerken deutet nichts auf eine Reise mit dem Flugzeug hin. Am Sonntagnachmittag meldete er sich nur mit einem kurzen Video aus der Ukraine – in einem Zug.

Gemäss der «Aargauer Zeitung» ist es nicht das erste Mal, dass Wermuth in die Ukraine reist. Vor 20 Jahren sei er für ein Austauschprojekt in Ternopil gewesen. Der SP-Nationalrat habe noch heute Kontakt zu einigen Menschen, die er damals kennengelernt habe, sagt er zur Zeitung. Zudem wehrt er sich gegen die Kritik von Glarner: Die Reise nach Uschgorod in der Ukraine hätte mit dem Zug einen Tag gedauert, erklärt er. «Wir haben sämtliche Optionen geprüft. Am ENde wählten wir den schnellsten Weg, auch aus Sicherheitsgründen.»

(fan, Aargauer Zeitung)

Quelle: Aargauer Zeitung
veröffentlicht: 3. Oktober 2022 17:05
aktualisiert: 4. Oktober 2022 06:29