Laufenburg

«Grenzenlose» Freude an der Laufenburger Fasnacht? Nur so halb

3. Februar 2022, 18:23 Uhr
«Zwei Länder, eine Stadt und eine Fasnacht» – unter diesem Motto wird in Laufenburg seit Jahrzehnten Fasnacht gefeiert. Gemeinsam, auf beiden Seiten des Rheins. War die Fasnacht letztes Jahr noch ganz ausgefallen, findet sie heuer wieder statt. Aber nur auf einer Seite des Rheins.
Eine halbe Fasnacht soll sie nicht werden, die Ausgabe 2022 in Laufenburg. Deutsche Fasnächtler seien auf der Schweizer Seite willkommen, sagt der Fasnachts-Präsident.
© KEYSTONE/Jean-Christophe Bott

Auf der Website der Laufenburger Städtle-Fasnacht steht's schwarz auf hellgrau: Auf unserer Seite des Rheins können sämtliche traditionellen Aktivitäten draussen wie geplant stattfinden. Unbändige Freude also beim Fasnachts-Präsidenten Martin Schmid? Nein. Also zumindest, um im «Zoll-Jargon» zu bleiben: Nicht grenzenlos. «So ist es sicher nicht die Städtle-Fasnacht, wie man sie sonst kennt. Sonst ist hüben wie drüben einiges los.»

«Schön, wenn Deutsche bei uns feiern»

Dieses Jahr aber eben nur hüben. Drüben, also in Deutschland, gelten momentan strengere Corona-Regeln. Im deutschen Laufenburg ist die Fasnacht darum schon vor einiger Zeit abgesagt worden. Hart für alle Fasnächtler ennet dem Rhein, wenn sie über den Fluss zuschauen müssen, wie im Schweizer Stadtteil die Post abgeht. Martin Schmid relativiert: Wer will, darf rüberkommen, das ist nämlich nicht verboten. Ganz so euphorisch klingt er dabei allerdings nicht: «Schön, wenn Deutsche zu uns rüberkommen. Wir hoffen nur nicht, dass wir gleich überrannt werden.»

Sind die deutschen Fasnächtler ready für die Party in der Schweiz?

Er gibt zu, er wisse gar nicht, ob die deutschen Fasnachts-Kollegen überhaupt bereit seien, um in der Schweiz abzufeiern. Oder ob sie nicht doch noch etwas vorsichtig seien im Umgang mit der Coronasituation und den geltenden Regeln in Deutschland.

Von Neid hat der Fasnachts-Präsident indes noch nichts vernommen. Obwohl man nahe beieinander sei, gälten zwei verschiedene Verordnungen, «und das muss man halt akzeptieren».

(urs)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 4. Februar 2022 05:59
aktualisiert: 4. Februar 2022 05:59
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