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2500 Meldungen

Häusliche Gewalt nimmt im Aargau zu – eine Betroffene erzählt

11. Januar 2022, 19:50 Uhr
Die häusliche Gewalt nimmt im Aargau weiter zu, wie die Kantonspolizei in einer Jahresmedienkonferenz mitteilt. Fast 2500 Meldungen sind im Jahr 2021 eingegangen. Warum ist die Zahl gestiegen und wie gehen Betroffene damit um?
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Quelle: TeleM1

Häusliche Gewalt passiert meist im Verborgenen und hinterlässt tiefe Wunden. Ein Dauerthema bei der Polizei. «Das ist leider etwas, dass wir zur Kenntnis nehmen müssen. Da ist auch der präventive Teil, den wir machen können, sehr klein. Eine rigorose Repression ist da auch gleichzeitig die beste Prävention», sagt Heinz Meier, Abteilungschef Stationierte Polizei Kapo Aargau.

Die verschärften Coronamaßnahmen und die wachsende Bevölkerung seien die Treiber der häuslichen Gewalt. 2010 waren es noch 955 Fälle, bis 2021 stieg die Zahl der Fälle auf 2500.

«Ich habe oft an Selbstmord gedacht"

Louise Hill hat in ihrer Ehe häusliche Gewalt erleben müssen. An dieser ist sie psychisch und physisch fast zerbrochen. «Ich habe mich wirklich verloren gefühlt, ich fand, das Leben lohnt sich nicht mehr. Ich habe oft an Selbstmord gedacht. Man kann auch nicht vergessen, was passiert ist», sagt sie.

Frauen, aber auch vor allem Kinder leiden an häuslicher Gewalt, wie Heinz Meier weiss. «Vielfach sind das zerrüttete Familienverhältnisse. Bei denen wir uns leider bewusst sind, dass mit einer Intervention das Problem eben nicht gelöst ist.»

Was tun, wenn die Situation ausartet?

Immer mehr Opfer würden sich bei der Polizei melden und die Dunkelziffer somit verkleinern. Doch was tun, wenn die Situation ausartet und schnell gehandelt werden muss? «Geht raus, geht laufen, besprecht eure Konflikte beim Laufen und nicht zu Hause auf dem Sofa», rät der Psychologe Thomas Spielmann.

Wegen einer Gesetzesänderung können Behörden die Opfer von häuslicher Gewalt seit einem Jahr besser schützen. Das Gericht kann den Täter zum Beispiel mit einer Fussfessel besser überwachen und ein Kontaktverbot aussprechen.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 11. Januar 2022 19:50
aktualisiert: 11. Januar 2022 19:50