Corona

Herbstferien: Dürfen die Koffer bereits gepackt werden?

Cornelia Suter, 5. September 2022, 05:55 Uhr
In diesem Jahr ist die Sehnsucht nach Auslandsferien gross. Nach den gut gebuchten Sommermonaten boomt das Reisegeschäft nun auch im Herbst. Aber: Macht Covid im letzten Moment doch noch allen einen Strich durch die Rechnung?
Herbstferien: Können die Koffern gepackt werden oder macht uns Corona einen Strich durch die Rechnung?
© ArgoviaToday
Anzeige

Die Herbstbuchungen ziehen an. Nach der erfolgreichen Sommersaison blicken Reiseveranstalter nun sehr optimistisch auf die kommenden Herbstferien, wie die CEO von Hotelplan Suisse, Nicole Pfammatter, erklärt: «Im Gespräch mit den Kundinnen und Kunden zeichnet sich ab, dass viele von ihnen im Herbst erneut ins Ausland in die Ferien reisen möchten. Wir rechnen deshalb in den kommenden Wochen mit zahlreichen Buchungen.»

Macht «BA.2.75» allen einen Strich durch die Rechnung?

Doch nicht alle trauen sich, bereits frühzeitig Herbst- oder gar schon Winterferien zu buchen. Laut Pfammatter sind gerade die Winterbuchungen noch sehr verhalten: «Möglicherweise vermuten viele Personen, dass sich das Coronavirus dann wieder stärker verbreiten wird.» Ist diese Vermutung wahrscheinlich?

Laut dem Infektiologen Christoph Fux vom Kantonsspital Aarau, ist eine Prognose momentan schlicht unmöglich, aber: «Der weitere Verlauf wird hauptsächlich von der Verbreitung der Mutanten abhängen. Aktuell zirkuliert vor allem in Indien die Variante BA.2.75, welche das Potential hat, um die Welt zu gehen.»

Südliche Länder sind beliebt, aber auch risikoreicher

Für die Herbstferien sind laut Nicole Pfammatter vor allem die warmen, südlichen Länder gefragt. «Es zeichnet sich ab, dass in diesem Herbst Ferien in Griechenland, der Türkei, auf Zypern, in Spanien sowie in Ägypten am beliebtesten sein werden.» Doch gerade diese Länder sind, laut dem Infektiologen Christoph Fux, auch in der Hinsicht auf Covid 19, am risikoreichsten: «Die Dunkelziffer nicht erfasster Infektionen ist momentan bereits bei uns in der Schweiz riesig. Wir gehen davon aus, dass in der Sommerwelle 5-10 Mal mehr Leute infiziert als diagnostiziert wurden. Dies ist in südlichen Ländern mutmasslich noch ausgeprägter.» Die beste Reisevorbereitung für den Herbst sei laut Fux deshalb der 1. Booster.

Winterbuchungen riskieren? 

Trotzdem bleiben die Reiseveranstalter optimistisch und rüsten sich für die kommende Wintersaison: «Hotelplan Suisse hat bereits zahlreiche Flugkontingente an beliebte Winterferiendestinationen eingekauft. Wir möchten unseren Kundinnen und Kunden preislich attraktive Winterferien anbieten und haben uns deswegen entschieden, frühzeitig Risikoplätze – unter anderem nach Kittilä in Finnisch Lappland, nach Hurghada in Ägypten, auf die Malediven sowie auf die beiden kanarischen Inseln Teneriffa und Gran Canaria – einzukaufen», sagt Nicole Pfammatter.

Weniger euphorisch tönt es jedoch bei den Kunden. Die Buchungen, für die in der Schweiz kalten Monate, sind aktuell noch auf einem sehr tiefen Niveau. Viele trauen der Pandemiesituation nicht und schrecken vor Stornierungen zurück. Ferien werden im Schnitt deshalb erst 30-90 Tage vor Abreise gebucht. Bedenken, welche der Infektiologe Christoph Fux teilt: «Im Winter nehmen Übertragungen der meisten Virusinfektionen zu, weil wir unsere Sozialkontakte mehr in Innenräumen pflegen. Damit werden Ansteckungen wieder häufiger.»

Cornelia Suter
Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 4. September 2022 20:44
aktualisiert: 5. September 2022 05:55