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Sonnenfinsternis

Heute verdunkelt sich die Sonne - zumindest ein bisschen

9. Juni 2021, 15:36 Uhr
Die partielle Sonnenfinsternis im Jahr 2015 war deutlich spektakulärer als es diejenige am 10. Juni sein wird. Vor sechs Jahren verdeckte der Mond bis zu 70 Prozent der Sonne, dieses Jahr werden es maximal acht Prozent sein. (Archivbild)
© KEYSTONE/OLIVIER MAIRE
In der Mittagszeit siehst du heute eine partielle Sonnenfinsternis: Der Mond schiebt sich zwischen 12.15 und 12.30 Uhr zwischen Sonne und Erde. Die Chance auf klare Sicht auf das Schauspiel im Aargau sei praktisch hundert Prozent, sagt der Experte.

Zu einer kompletten Verdunkelung der Sonne kommt es in unseren Breitengraden aber nicht. Der Mond schiebt sich gegen 12.15 Uhr von oben rechts an die Sonne heran. Verdecken wird der als schwarze Scheibe wahrnehmbare Mond nur etwa sieben Prozent. Trotzdem lohnt es sich, die alten Schutzbrillen von 2015 hervorzukramen, als die letzte ringförmige Finsternis mehr als zwei Drittel der Sonne über Europa verdeckte. Das Phänomen trieb damals Millionen Leute aus ihren Häusern und Büros.

Das Wetter spielt im Argovialand mit, sagt «meteonews»-Experte Klaus Marquardt: «Die Chancen, die Sonnenfinsternis beobachten zu können, liegt bei 99 Prozent.» Natürlich könnten Quellwolken - insbesondere dem Jura entlang - am einen oder anderen Ort die Sicht auf die Sonne verdecken. «Gegen Mittag ist es aber recht sonnig.»

Donald Trump sah direkt in die Sonne - sei nicht wie Donald Trump

Schien den damaligen US-Präsidenten nicht zu interessieren: Bei einer Sonnenfinsternis über der USA 2017 riskierte Donald Trump einen direkten Blick in die Sonne, bevor man ihm eine Schutzbrille reichte.

© Keystone / AP (Andrew Harnik)

Dabei lohnt es sich, zuerst einen Blick in den Keller oder den Estrich zu werfen. Vielleicht liegt da ja irgendwo noch die Schutzbrille von 2015 herum. Denn natürlich gilt die Regel: Niemals ohne Schutz direkt in die Sonne schauen. Normale Sonnenbrillen sind nicht ausreichend. Auch für Hobby-Sterngucker gilt: Ein Teleskop ohne Schutzfilter kann beim hineinspähen Augenschäden verursachen.

Indirekter Blick auf das Schauspiel - zum Beispiel mit dem Handy

Du kannst das Schauspiel auch indirekt verfolgen: Entweder durch eine selbstgebastelte «Camera Obscura», auch Lochkamera genannt. Dafür brauchst du je nach Modell nicht viel mehr als eine Kartonschachtel und etwas Klebeband. Eine Anleitung dafür findest du hier.

Noch einfacher könnte es aber mit deinem Handy funktionieren: Du stehst mit dem Rücken zur Sonne und aktivierst deine Selfie-Kamera. So kannst du die Sonnenfinsternis am Display verfolgen und schadest deinen Augen nicht. Bei der letzten grösseren Sonnenfinsternis 2015 überschwemmten tausende Fotos unter dem Hashtag #SoFiSelfie die sozialen Medien. Ob die partielle Finsternis mit diesen Methoden allerdings so detailliert wie mit der Brille zu sehen ist, können wir nicht garantieren.

Nächste «richtige» Sonnenfinsternis 2026

Die nächste Sonnenfinsternis findet übrigens erst am 12. August 2026 statt, schreibt die SDA. Kurz vor Sonnenuntergang werden dann über 90 Prozent der Sonne verdeckt sein. So bleibt nur noch ein sichelförmiger Schimmer zu sehen. Ob das Wetter dann klar sein wird, können wohl aber nicht mal die Muothataler Wetterschmöcker vorhersehen.

(lba)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 10. Juni 2021 06:35
aktualisiert: 9. Juni 2021 15:36