Aargau/Solothurn

«Ich bin erleichtert» – Lucies Vater reagiert auf den Tod von Daniel H.

Mutmasslicher Selbstmord

«Ich bin erleichtert» – Lucies Vater reagiert auf den Tod des Mörders seiner Tochter

· Online seit 22.12.2023, 19:38 Uhr
Der Mörder der damals 16-jährigen Lucie, Daniel H., ist tot. Die Behörden meldeten am Freitag, dass der 40-Jährige leblos in seiner Gefängniszelle gefunden wurde. Nun äussert sich der Vater von Lucie zum mutmasslichen Selbstmord von Daniel H.
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Wie der Direktor der Justizvollzugsanstalt Lenzburg, Marcel Ruf, gegenüber Tele M1 sagt, wurde die Leiche von Daniel H. am Donnerstagmorgen in seiner Gefängniszelle entdeckt: «Bei Arbeitsbeginn hat der Mitarbeiter festgestellt, dass der Gefangene leblos am Boden lag.» Anzeichen für Suizidalität habe es keine gegeben, und auch ein Abschiedsbrief blieb aus. Trotzdem vermuten die Behörden eine Selbsttötung, wie sie am Freitag kommunizieren.

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Vor 14 Jahren ermordete Daniel H. die damals 16-jährige Au-Pair Lucie Trezzini in Rieden bei Baden brutal. Er lockte sie unter dem Vorwand eines Model-Jobs in seine Wohnung in Rieden und schlug ihr darauf den Kopf mit einer Hantelstange ein. Danach schnitt er ihr mit einem Messer mehrmals die Kehle auf. Fünf Tage nach dem Vorfall stellte sich Daniel H. der Stadtpolizei Zürich.

Für den Vater der ermordeten Lucie, Roland Trezzini, kam die Nachricht vom Tod von Daniel H. unerwartet. «Ich kenne seine Beweggründe nicht, und sie interessieren mich auch wenig», sagt er gegenüber Tele M1. «Ich bedauere lediglich, dass er seine Strafe nicht vollständig absitzen musste.» Trezzini betont, dass er nicht für die Todesstrafe ist: «Er hat diese Entscheidung selbst getroffen.» Er sei erleichtert, dass er sich keine Sorgen mehr über eine mögliche Freilassung des Mörders seiner Tochter machen müsse: «Das ist eine grosse Erleichterung.»

Kein aussergewöhnliches Phänomen

Der forensische Psychiater, Josef Sachs, hatte Daniel H. im Rahmen der Begutachtung kennengelernt. «Er wirkte nicht wesentlich anders als andere Gewaltstraftäter, sagt er. Vielmehr schien er einer zu sein, der seine Taten eher herunterspielte.» Dass sich der Gefangene nach langjähriger Haft vermutlich das Leben genommen hat, sei kein ungewöhnliches Phänomen. «Wir sehen eine hohe Suizidrate bei Gewaltstraftätern, insbesondere bei Mördern. Diese neigen dazu, sich entweder am Anfang der Haft oder erst nach einer sehr langen Zeit, nach Jahren, das Leben zu nehmen. Dann, wenn sie sehen, dass sie keine Perspektive mehr haben.»

veröffentlicht: 22. Dezember 2023 19:38
aktualisiert: 22. Dezember 2023 19:38
Quelle: ArgoviaToday

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