Absage

«Ich verzichte auf eine Kandidatur»: Jean-Pierre Gallati will nicht Bundesrat werden

21. Oktober 2022, 18:44 Uhr
Obwohl ihn prominente Parteikollegen dazu ermunterten, tritt der Aargauer Gesundheitsdirektor nicht als Bundesratskandidat an. SVP-Regierungsrat Gallati sagt auf Anfrage, er verzichte auf eine Kandidatur – zu den Gründen des Entscheids äussert er sich nicht.
Jean-Pierre Gallati will nicht Bundesrat werden – er verzichtet auf eine Kandidatur.
© KEYSTONE/GAETAN BALLY
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Es sind bekannte Personen in der SVP, die Jean-Pierre Gallati als Kandidaten für den Bundesrat sehen: Der ehemalige Kantonalpräsident und Nationalrat Thomas Burgherr, Gewerbepräsident und Nationalrat Benjamin Giezendanner oder der langjährige Wahlkampfleiter Werner Laube bezeichneten den Aargauer Gesundheitsdirektor als geeignet für die Landesregierung.

Gallati selber hielt sich seit der Rücktrittsankündigung von Ueli Maurer bedeckt, wenn es um die Frage einer Kandidatur ging. Zuerst sagte er nur, er sei in den Ferien, und liess die Anfrage der AZ inhaltlich unbeantwortet. Am Donnerstag sagte Gallati dann, er äussere sich vor dem Ablauf der Meldefrist an die SVP Schweiz nicht zu einer möglichen Kandidatur.

Diese Frist läuft am Freitag ab, und nun sagt der 56-Jährige: «Ich verzichte auf eine Kandidatur für den Bundesrat.» Weitere Fragen der AZ beantwortet Gallati nicht, so bleiben die Gründe für seinen Entscheid offen.

Verzichtet Gallati, weil er nicht im Bundesparlament sitzt?

Aus gut informieren SVP-Kreisen im Aargau ist zu vernehmen, der Gesundheitsdirektor habe verzichtet, weil Kandidaten ausserhalb des Bundesparlaments erfahrungsgemäss kaum Chancen hätten. Schon vor Gallati hatten dessen Partei- und Regierungsratskollege Alex Hürzeler sowie Kantonalpräsident und Nationalrat Andreas Glarner abgesagt. Damit ist klar, dass der nächste Bundesrat nicht aus der Aargauer SVP kommen wird.

Offiziell im Rennen um die Maurer-Nachfolge sind Nationalrat Albert Rösti und Ständerat Werner Salzmann (beide aus dem Kanton Bern), der Zürcher alt-Nationalrat Hans-Ueli Vogt, der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler sowie die Nidwaldner Regierungsrätin Michèle Blöchliger. Wem gibt Gallati bei der Wahl am 7. Dezember die besten Chancen? Auch diese Frage lässt der Regierungsrat offen.

(Aargauer Zeitung)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 21. Oktober 2022 18:44
aktualisiert: 21. Oktober 2022 18:44