Abfallberg

Im Kanton Aargau wird täglich fast ein Kilo Müll pro Kopf entsorgt

28. Juli 2022, 15:17 Uhr
Im Kanton Aargau hat jede Person im vergangenen Jahr im Durchschnitt 344 Kilogramm Siedlungsabfall produziert. Im Vergleich zu vor zehn Jahren ging diese Menge um 16 Prozent zurück. Das geht aus der kantonalen Abfallstatistik hervor.
Der Abfallberg pro Person geht im Kanton Aargau leicht zurück – die Gesamtmenge wächst, weil die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner steigt. (Symbolbild)
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Die 210 Gemeinden sammelten insgesamt 238'560 Tonnen Siedlungsabälle ein - 1553 Tonnen mehr als im Vorjahr. Das Bevölkerungswachstum ist der Hauptgrund für den Anstieg.

Das geht aus der kantonalen Abfallstatistik 2021 hervor. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) veröffentlichte den Bericht auf seiner Website.

Jede Aargauerin und jeder Aargauer schmeisst am Tag fast ein Kilo Abfall weg. Die 344 Kilogramm Siedlungsabfall pro Person teilen sich in 159 Kilogramm, sprich etwas über 50 Prozent, aus der Kehricht- und Sperrgutsammlung sowie auf 185 Kilogramm aus Separatsammlungen wie Grüngut, Papier, Glas und Metall auf. 

Verbrennungsanlagen sind ausgelastet

Der überweigende Teil des Mülls wird in den drei Aargauer Kehrichtverbrenungsanlagen (KVA) in Buchs, Oftringen und Turgi entsorgt. Dieses Anlagen waren auch im vergangenen Jahr gut ausgelastet.

Der von den Gemeinden gelieferte Abfall entspricht knapp 30 Prozent der gesamten KVA-Menge. Mehr als die Hälfte der Abfälle lieferten das Gewerbe und die Industrie direkt an. Auch aus Gemeinden der Kantone Luzern, Nidwalden und Obwalden wurde Abfall in den Aargau transportiert.

Doch der grösste Teil des angekarrten Mülls kommt aus dem grenznahen Deutschland. Die Menge entspricht 16,7 Prozent des gesamten in den KVA verfeuerten Mülls. Die KVA profitieren umgekehrt davon, dass sie einen Teil der anfallenden 67'100 Tonnen Schlacke auch in Deponien in Deutschland vergraben können.

Auch Zementwerke verbrennen Müll

Die Zementwerke in Wildegg (Jura-Cement-Fabriken) und Würenlingen (Holcim) verfeuerten 358'000 Tonnen Abfälle als Alternativbrennstoff oder Rohstoffersatz.

Die 34 Kompostier- und Vergäranlagen im Kanton nahmen 234’300 Tonnen biogene Abfälle an - etwas mehr als im Vorjahr. Davon wurden mehr als 200'000 Tonnen verarbeitet. Die Menge stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an, wie aus der Abfallstatistik 2021 weiter hervorgeht.

(red/sda)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 28. Juli 2022 15:21
aktualisiert: 28. Juli 2022 15:21
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