Sorge bei Wildhütern

Immer mehr Waschbären ennet der Grenze – auch im Aargau steigt die Population

25.03.2024, 11:55 Uhr
· Online seit 25.03.2024, 07:02 Uhr
Sie sind – zumindest auf den ersten Blick – herzig. Waschbären verursachen aber auch grosse Schäden und vermehren sich rasant. An der Aargauer Grenze bei Waldshut sichten Wildhüter immer mehr der kleinen Bären.

Quelle: ArgoviaToday

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Mit ihren kleinen Knopfaugen und ihren flinken Pfötli schaffen es Waschbären, viele Menschen zu verzücken. Noch ist die Lage in der Schweiz bis auf wenige Sichtungen recht ruhig. In Waldshut an der Aargauer Grenze haben Experten nun Sorgen, dass der Waschbär am Hochrhein zur Plage werden wird. «Sobald der Waschbär auftritt, wird er nach zwei bis drei Jahren zu einem richtigen Problem», sagte Valentin Platten, Wildtierbeauftragter im Landkreis Waldshut, gegenüber dem «Südkurier».

Gute Schwimmer

Zwar sei die Lage bisher noch unter Kontrolle, die Wildtierhüter haben dennoch Sorgen, dass sie die Ausbreitung der Waschbären nicht im Griff haben könnten. Die kleinen Tierchen können nämlich grosse Schäden anrichten. Ausserdem vermehren sie sich rasend schnell. Auch der Rhein stelle für die Waschbären kein Problem dar, heisst es. Da würden die kleinen Bären einfach rüber schwimmen.

Im vergangenen Herbst wurde ein Waschbar sogar in Rheinfelden gesichtet, wie «20 Minuten» berichtet. Die Bilder zeigen das Tier auf der Suche nach was Essbarem. Bislang gibt es im Aargau kein Monitoring, aber im Kanton werden vermehrt Sichtungen gemeldet. Die Population der Tiere scheint laut dem Fachspezialisten zu wachsen. Die Jagd auf invasive Arten, zu denen auch der Waschbär gehört, ist seit 2016 erlaubt und wird im Kanton Aargau praktiziert.

Quelle: Tele M1

Auf keinen Fall füttern

In der Schweiz könnten sich die Waschbären also in den kommenden Jahren ebenfalls vermehren. Gefährlich sind die Tiere kaum. Sie sind aber gute Kletterer und kommen überall hin, so Samuel Furrer vom Schweizer Tierschutz gegenüber dem «Zürcher Unterländer». Dazu gilt der Waschbär als nachtaktiv, um ihn zu jagen, müsste man sich die Nächte um die Ohren schlagen.

Wie bei anderen wilden Tieren gilt, dass Waschbären nicht gefüttert werden sollen und Futter nicht im Freien zugänglich sein sollte. So könne vermieden werden, dass sie sich in Siedlungsnähe zu wohl fühlen und sich an Menschen gewöhnen. So verursacht das Tier laut Platten Sachschäden, ähnlich wie ein Mader, oder macht Lärm. Außerdem seien Waschbären sehr geschickt im Öffnen von Mülltonnen, wobei sie den Inhalt mitunter großzügig in der Umgebung verteilen.

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(roa/sib)

veröffentlicht: 25. März 2024 07:02
aktualisiert: 25. März 2024 11:55
Quelle: ZüriToday

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