Politik

Jetzt beginnt das Kandidaten-Karussell fürs «Stöckli» zu drehen

6. Juli 2022, 09:02 Uhr
Nachdem der Aargauer SVP-Ständerat Hansjörg Knecht am Dienstag bekannt gab, an den Wahlen im Herbst 2023 nicht mehr anzutreten, wird bereits über mögliche Nachfolgerinnen und Nachfolger spekuliert. Die SP Bezirk Aarau hat bereits eine Nachfolgerin nominiert.
Die SP-Bezirkspartei Aarau hat Gabriela Suter als Ständeratskandidatin nominiert.
© Keystone

Als am Dinestagnachmittag bekannt wurde, dass SVP-Ständerat Hansjörg Knecht nicht mehr zur Wahl im Herbst 2023 antreten wird, beginnt das Kandidaten-Karussell bereits zu drehen. Gleich am Dienstagabend hat die SP Bezirkspartei Aarau Nationalrätin Gabriela Suter als Knecht-Nachfolgerin nominiert. «Die Stimme des ökologischen und sozialen, des fortschrittlichen Aargaus muss im Ständerat ebenfalls gehört werden», wird Suter in einer Mitteilung zitiert.

Nach dem Rücktritt des SVP-Ständerats will die SP den Ständeratssitz also wieder zurückholen. Der Rechtsrutsch im Ständerat vor zweieinhalb Jahren habe zu einer Blockade vieler sozialer und ökologischer Anliegen geführt: «Der Aargau braucht im Ständerat eine Vertretung, die den Kanton in seiner ganzen Breite repräsentiert. Ich stehe für Klimaschutz und den sozialen Ausgleich. Für die Stärkung dieser Anliegen will ich in den Ständerat», so Gabriela Suter. Die Kantonalpartei der SP wird am 16. August an ihrem ausserordentlichen Parteitag definitiv entscheiden, mit welcher Kandidatur sie bei den Wahlen im Herbst 2023 antreten wird.

SVP will Sitz verteidigen

So leicht dürfte die Rückeroberung des Ständeratssitzes für die SP Aargau aber nicht werden, denn SVP-Kantonalpräsident Andreas Glarner kündigte gegenüber Tele M1 bereits an: «Ich bin guten Mutes, dass weiterhin eine bürgerliche Doppelvertretung im Ständerat bestehen wird.» Laut der «Aargauer Zeitung» wird sich nun eine Findungskommission auf die Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten machen, am SVP-Parteitag im Januar werde nominiert. Klar ist jetzt schon: Kantonalpräsident Glarner will nicht ins Stöckli, wie er gegenüber der Zeitung bekannt gab. Demnach will auch Regierungsrat Jean-Pierre Gallati nicht ins «Stöckli», Regierungskollege Alex Hürzeler will sich auf Anfrage der «Aargauer Zeitung» nicht zum Thema äussern. Sie bringt deshalb zwei weitere Personen ins Spiel: Die beiden SVP-Nationalräte Martina Bircher und Benjamin Giezendanner. Sie beide würden dem Wunsch von Noch-Ständerat Knecht, einer jüngeren Person in der kleinen Kammer Platz zu machen, entsprechen.

Und was machen die Mitte und die Grünen?

Klar, dass die SVP Aargau ihren Sitz im Ständerat verteidigen will. Logisch, dass die SP Aargau ihren im Jahr 2019 verlorenen Sitz zurückerobern will. Doch kann sie dafür auf die Unterstützung der Grünen zählen? Denn wenn die Grünen Personen aus den eigenen Reihen nominieren, dann dürfte dies ein zusätzlicher Kampf für die SP werden. Und auch die Mitte sowie die glp dürften Ambitionen auf einen Sitz in der kleinen Kammer haben. Sie alle haben sich aber noch nicht zu möglichen Kandidaturen geäussert. Und dann ist ja auch noch Nationalrätin und EVP Schweiz Präsidentin Lilian Studer. Sie wurde bereits im Frühling von ihrer Partei offiziell als Kandidatin nominiert.

Deshalb steht jetzt schon fest: Die Wahlen im Herbst 2023 werden einiges an Spannung mit sich bringen.

(ova.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 6. Juli 2022 06:42
aktualisiert: 6. Juli 2022 09:02
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