Finanzen

Kanton Aargau rechnet im Voranschlag 2022 mit «schwarzer Null»

20. August 2021, 09:45 Uhr
Der Aargauer Regierungsrat hat einen Voranschlag 2022 mit einer «schwarzen Null» präsentiert. Die Steuereinnahmen steigen gemäss Budget an. Obwohl Unsicherheiten bestehen, gibt sich der Regierungsrat insgesamt zuversichtlich.
Kann wohl verhalten optimistisch sein: Finanzdirektor Markus Dieth.
© (KEYSTONE/Walter Bieri)

Die Finanzen des Kantons stünden auf einem soliden Fundament, sagte der Aargauer Finanzdirektor Markus Dieth am Freitag an einer Medienkonferenz in Aarau. Der Kanton verfüge über die nötige Stabilität, um die zukünftigen finanzpolitischen Herausforderungen auch im Zuge der Covid-19-Pandemie bewältigen zu können. Man wolle den finanziellen Handlungsspielraum nutzen.

Das Budget 2022 sieht Ein- und Ausgaben von je rund sechs Milliarden Franken vor. Unter dem Strich bleibt ein Defizit von 23,1 Millionen Franken übrig. Um diesen Fehlbetrag zu decken, will der Regierungsrat Geld aus dem «Sonderkässeli» nehmen. In dieser Ausgleichsreserve für schlechte Zeiten liegen 722 Millionen Franken aus Überschüssen aus früheren Jahren.

Der Regierungsrat rechnet damit, dass die Steuereinnahmen von natürlichen Personen im kommenden Jahr um 3,2 Prozent steigen, die Unternehmenssteuern gleichzeitig um 3,4 Prozent sinken. Insgesamt werden die Steuereinnahmen um 2,6 Prozent auf 2,23 Milliarden Franken steigen. Die Steueransätze sollen auf dem Niveau dieses Jahres bleiben.

Die Löhne des Staatspersonals sollen durchschnittlich um 0,5 Prozent steigen. Für Lehrpersonen ist keine Erhöhung eingeplant, weil das revidierte Lohnsystem im kommenden Jahr in Kraft tritt.

Immer auf Kurs

Die stabile Finanzlage erlaube es dem Kanton trotz Corona-Pandemie und unsicherer Wirtschaftslage an wichtigen Investitionen festzuhalten sowie in den Wirtschafts- und Wohnstandort Aargau zu investieren, hiess es.

Für die Jahre bis 2025 erwartet der Regierungsrat Defizite von mehr als 200 Millionen Franken pro Jahr. Die Entwicklung der Wirtschaft, der Steuereinnahmen, der Ausgleichszahlungen des Bundes und der Gewinne der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sei ungewiss, hielt Finanzdirektor Dieth fest. Die Defizite können jedoch vollständig mit Geld aus dem «Sonderkässeli» gedeckt werden.

(sda / red.)

Quelle: sda / ArgoviaToday
veröffentlicht: 20. August 2021 10:02
aktualisiert: 20. August 2021 10:02
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