Fachhochschule

Kommission rechtfertigt Entschädigung der FHNW-Präsidentin

30. September 2022, 10:42 Uhr
Die Entschädigung der Präsidentin der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Ursula Renold, von 80'000 Franken pro Jahr ist gemäss einer interparlamentarischen Kommission gerechtfertigt. Die Festlegung der Vergütung liegt gemäss Staatsvertrag der vier FHNW-Trägerkantone in der Kompetenz der Regierungen.
Der Campus in Brugg AG ist einer von mehreren Standorten der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Für Gesprächsstoff liefert die Jahresentschädigung, welche die Fachhochschul-Präsidentin Ursula Renold erhält. (Archivbild)
© KEYSTONE/WALTER BIERI
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Der Bruttobetrag von 80'000 Franken sei 2008 festgelegt worden, teilte die Interparlamentarische Kommission der FHNW am Freitag mit. Die Kommission hatte sich zu einer zusätzlichen Sitzung unter anderem mit Delegationen aus Regierungsausschuss, dem Präsidium des Fachhochschulrats sowie dem Direktionspräsidenten getroffen.

Es sei dabei aufgezeigt worden, dass die Aufgaben der Fachhochschulpräsidentin Renold «zeitlich und inhaltlich anspruchsvoll» seien. Die Kommission wies in der Medienmitteilung auf den Einsatz von Renold hin, auf deren Blick für die künftigen Anforderungen an die Fachhochschule sowie auf die Bedürfnisse der Studierenden und der Arbeitsmärkte.

Die FHNW umfasst neun Hochschulen an den Standorten Brugg-Windisch, Basel, Muttenz, Olten und Solothurn. Sie zählt derzeit mehr als 13'000 immatrikulierten Studentinnen und Studenten und gehört zu den drei grössten Fachhochschulen der Schweiz. Die vier Trägerkantone AG, BS, BL und SO bezahlen pro Jahr mehr als 230 Millionen an die FHNW.

Kommission spricht von «medialer Aufregung»

Die interparlamentarische Kommission kann die «mediale Aufregung» gemäss eigenen Angaben um eine vermeintlich zu hohe Entschädigung «nicht nachvollziehen». Gemäss FHNW-Jahresbericht 2021 erhält Renold mitsamt den Sozialleistungen 101'135 Franken pro Jahr.

Als Professorin ist Renold Leiterin Forschungsbereich Bildungssystem, KOF Konjunkturstelle an der ETH Zürich. Zudem hat sie unter anderem ein Mandat als Honorarprofessorin an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit im deutschen Mannheim.

Der zehnköpfige Fachhochschulrat erhielt 2021 Gesamtbezüge von 326'949 Franken. Die Gesamtbezüge des Direktionspräsidiums betrugen knapp 1,3 Millionen Franken, wie aus dem Jahresgericht weiter hervorgeht.

Die «Solothurner Zeitung» hatte vor zwei Wochen die im Vergleich mit anderen Fachhochschulen hohe FHNW-Entschädigung für das Nebenamt kritisiert. Demnach erhält der Präsident des Luzerner Fachhochschulrats ein Brutto-Honorar von rund 30'000 Franken und der Präsident der Berner Fachhochschule 25'000 Franken pro Jahr.

Quelle: sda
veröffentlicht: 30. September 2022 10:47
aktualisiert: 30. September 2022 10:47