Omikron-Variante

KSA-Chefinfektiologe Fux: «Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs»

Oliver Varga, 14. Dezember 2021, 23:09 Uhr
Die neue Omikron-Variante des Coronavirus ist im Kanton Aargau angekommen. Laut dem kantonalen Gesundheitsdepartement gab es seit dem 13. Dezember sechs bestätigte Infektionsfälle. Was das nun für die Bekämpfung der Corona-Pandemie im Aargau bedeutet, erklärt KSA-Chefinfektiologe Christoph Fux.
Christoph Fux ist Chefinfektiologe am Kantonsspital Aarau.
© Britta Gut

Die sechs bestätigten Omikron-Fälle im Aargau werden mit höchster Priorität behandelt, enge ungeschützte Kontakte der Betroffenen wurden unter strikte Quarantäne gestellt. Das gab das Aargauer Gesundheitsdepartement am Dienstag bekannt.

Chefinfektiologe am Kantonsspital Aarau (KSA) Christoph Fux weiss, dass es sich bei den sechs Omikron-Fälle nicht um Ferienrückkehrer handelt. «Wir müssen im Moment davon ausgehen, dass sich diese Personen im Aargau angesteckt haben», so Fux. Wo genau, das sei nicht bekannt. Deshalb geht Fux auch von weiteren, unbekannten Omikron-Ansteckungen im Aargau aus: «Es war nicht eine Gruppe von Leuten, also beispielsweise nur eine Familie, die sich angesteckt hat. Bei den bestätigten Fällen handelt es sich um Einzelfälle, die sich mutmasslich auch einzeln angesteckt haben.» Er vermutet deshalb auch eine grosse Dunkelziffer: «Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs.»

Auch Geimpfte müssen bei Omikron-Verdacht in Quarantäne

Wie viele Personen aufgrund der sechs bestätigten Omikron-Infektionen im Aargau in Quarantäne müssen, ist derzeit noch nicht bekannt. Laut dem KSA-Chefinfektiologen werden diese Daten momentan zusammen mit dem Contact Tracing des Kantons zusammengetragen. «Bei Omikron-Verdachtsfälle werden die Kontakte aber bis fünf Tage vor dem positiven Testresultat verfolgt.» Diese Kontaktpersonen müssen – wenn es sich um die Omikron-Variante handelt – dann alle in Quarantäne, auch wenn sie geimpft sind.

Für die weitere Pandemie-Bekämpfung haben diese sechs bestätigten Omikron-Infektionen im Aargau aber keinen wesentlichen Einfluss – zumindest nicht sofort. Fux erklärt: «Grundsätzlich passiert jetzt das, was wir erwartet haben. Die vorhandene Literatur zeigt, auch wenn noch viele Informationen fehlen, dass sich Omikron schneller verbreitet als die anderen Virusstämme.» Man gehe deshalb davon aus, dass Omikron innerhalb von ein paar Wochen die Mehrheit aller Corona-Fälle übernehmen wird. Weil die neue Variante aber ansteckender sei, ist es auch schwieriger, die Fallzahlen zu reduzieren. «Die Schutzmassnahmen müssen also stärker sein, je mehr Omikron-Fälle es gibt», sagt Fux.

Fux setzt Hoffnung auf Boosterimpfung

Eben weil die Omikron-Variante viel ansteckender ist, müssen jetzt rasch zusätzliche Schutzmassnahmen auf nationaler Ebene eingeführt werden. Der Bundesrat schickte dafür verschiedene Massnahmen bei den Kantonen in die Konsultation. Dazu äusserte sich der Kanton Aargau am Dienstagnachmittag. Und auch die Boosterimpfung muss jetzt laut Christoph Fux forciert werden. «Es gibt Hinweise, dass der Booster den Schutz gegen Omikron deutlich erhöht.» Trotzdem appelliert Fux an die Aargauer Bevölkerung, die Kontakte zu reduzieren und sich weiterhin an die geltenden Schutzmassnahmen zu halten.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 15. Dezember 2021 08:03
aktualisiert: 15. Dezember 2021 08:03
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