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Massenentlassung

Küchenbau-Firma kündigt kurz vor Weihnachten einem Grossteil der Mitarbeitenden

22. Dezember 2021, 16:50 Uhr
Es ist eine Hiobsbotschaft für 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Küchenbaufirma B. Wietlisbach AG mit Standorten in der Region Baden. Sie alle erhielten die Kündigung – und dies nur wenige Tage vor Weihnachten.

Wie Recherchen von Radio Argovia zeigen, beschäftigt die B. Wietlisbach AG aktuell insgesamt 22 Mitarbeitende. Die Kündigungen wurden notwendig, weil das sogenannte Objektgeschäft – also der Bereich der Aufträge, bei denen Küchen für grosse Überbauungen geplant und gebaut werden – wegfällt. Die Mitarbeitenden verteilen sich auf die Standorte Stetten, Dättwil und Langenthal. Ausserdem sind sieben Leute freischaffend für die Firma tätig. Bei den 17 Gekündigten handelt es sich also um rund Dreivierteil der festangestellten Belegschaft.

Firma ist Branchen-Anforderungen nicht mehr gewachsen

Grund für die vielen Entlassungen ist die Situation in der Branche. Im Schweizer Küchenbaumarkt herrscht seit einigen Jahren ein enorm starker Wettbewerb unter den Anbietern. Die Konkurrenz auf dem Markt ist gross, andere Küchenbau-Firmen produzieren in einem Jahr bis zu 20'000 Küchen – bei der Auftragsvergabe ist der Preis häufig das ausschlaggebende Kriterium.

Ein Preiskampf, bei dem die B. Wietlisbach AG nicht mithalten kann, wie Ronny Schmid, Mitglied der Geschäftsleitung, gegenüber Radio Argovia erklärt: «In diesem Markt können wir nicht mehr bestehen», so Schmid. Deshalb wurde nun die Reissleine gezogen. In Zukunft soll die Firma zwar weiter bestehen - allerdings nur noch mit einem Zehntel des Auftragsvolumens: «Wir machen bis jetzt rund 2000 Küchen pro Jahr. Künftig wohl noch so 200 bis 300 Küchen», so Ronny Schmid. In Zukunft liege der Fokus auf kleinen Aufträgen und Einzelaufträgen.

Unsensibler Zeitpunkt

Doch weshalb wurde den Mitarbeitenden ausgerechnet so kurz vor Weihnachten gekündigt? Die Antwort der Geschäftsleitung: Die B. Wietlisbach AG habe alles probiert, um einen Stellenabbau so lange wie möglich zu verhindern. Eine Weiterführung des Betriebs in der bisherigen Form hätte nun aber zeitnah zu einer Zahlungsunfähigkeit geführt. Man habe den Stellenabbau nicht mehr länger hinausschieben können, ohne dabei das Risiko von finanziellen Schäden für Mitarbeitende, Kunden und Lieferanten auf sich zu nehmen.

Und was passiert nun mit den entlassenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern? Mit einem Teil der gekündigten Angestellten versucht man eine Lösung zu fingen – neue Aufgaben, neue Verträge. Ausserdem werde gerade ein Sozialplan ausgearbeitet, so die Geschäftsleitung.

Die Firma wird umstrukturiert und spezialisiert sich ab April 2022 vollumfänglich auf die Planung und Ausführung hochwertiger Einzelküchen im Privatkundensegment. Die Betriebstätigkeit im Objektgeschäft wird per Ende März 2022 eingestellt.

(umt/web)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 22. Dezember 2021 17:12
aktualisiert: 22. Dezember 2021 16:50