Aargau/Solothurn

Lärmdisplay in Holziken: Kampf gegen lautes Fahren

Belästigung

Lärmdisplays im Aargau: So sollen Autoposer sensibilisiert werden

06.04.2024, 10:12 Uhr
· Online seit 05.04.2024, 17:25 Uhr
Der Kanton Aargau geht mit sogenannten Lärmdisplays gegen Poser und andere Autofahrende vor, die zu laut fahren. Rechtliche Konsequenzen warten aber keine – es handelt sich um eine reine Sensibilisierungsmassnahme. Noch diesen Monat steht ein Lärmdisplay in Holziken.
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In Holziken steht an der Bachstrasse von Mitte April bis Mitte Mai diesen Jahres ein sogenanntes Lärmdisplay. Dieses misst, ob Autofahrende in einer angemessenen Lautstärke fahren oder eben nicht.

Wie Michael Strickler, Fachspezialist Strassenlärm beim Kanton Aargau, auf Anfrage von ArgoviaToday mitteilt, ähnelt das System dem der Smileys, die oft in 30er-Zonen anzutreffen sind und einem dann sagen, ob man zu schnell oder im richtigen Tempo unterwegs ist. «Bei den Lärmdisplays geht es aber eben um den Lärm – also um das Fahrverhalten», so Strickler.

Poser sollen so ihr Fahrverhalten ändern

Im vergangenen Jahr kamen die Systeme schon in Boniswil, Zofingen, Gebenstorf, Brugg, Oberhof und Küttigen zum Einsatz. In der Regel werden sie an ganz bestimmten Standorten aufgestellt, erklärt Strickler: «Oftmals bekommen wir Anfragen oder Beschwerden wegen den sogenannten Posern. Mit den Displays wollen wir diese Leute sensibilisieren.» Denn lautes Fahrverhalten tritt zum Teil in Quartieren auf, in denen Menschen leben, die sich am ständigen Fahrlärm stören können – vor allem wenn stark beschleunigt wird.

Wenn auf dem Display «Bitte leiser fahren» leuchtet, bedeutet das aber nicht, dass bald eine Busse im Briefkasten liegt: «Es handelt sich hier definitiv nicht um einen Lärmblitzer, sondern um eine reine Sensibilisierungsmassnahme.»

Positive Entwicklung dank Lärmdisplay 

Eine Massnahme, die Wirkung zeigt, sagt Michael Strickler. Für die Einstellung der Displays an den einzelnen Standorten würden jeweils vor der Inbetriebnahme Messungen stattfinden und dann nochmals danach, um zu schauen, was passiert, wenn das Display weg ist: «Bis jetzt zeigte sich an allen Standorten eine positive Entwicklung – während des Betriebs wird effektiv leiser gefahren. Danach gibt es wieder eine kleine Zunahme. Es blieb bisher aber überall unter dem Niveau davor. «Das konnten wir nachweisen.»

Trotzdem, jeden und jede könne man damit natürlich nicht erreichen, räumt der Experte ein: «Es gibt immer einen Grundstock an Menschen, die fahren wie bisher. Aber gewisse Leute kann man abholen und so eine Verbesserung erzielen.» Nach Holziken wird das Lärmdisplay vermutlich in Kölliken aufgestellt, teilt Michael Strickler weiter mit.

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veröffentlicht: 5. April 2024 17:25
aktualisiert: 6. April 2024 10:12
Quelle: ArgoviaToday

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