«Die Schönsti Gmeind»

Stolz auf Gegend und Tradition: Seon holt sich Platz 2

Simone Brändlin, 25. November 2022, 17:41 Uhr
Das kleine Städtchen Seon hat über 5000 Einwohnerinnen und Einwohner. Darüber hinaus hat die Seetaler Gemeinde im Voting sehr gut abgeschnitten und den zweiten Rang erreicht. Die Seener Besonderheiten und eine Tradition mit hohem Stellenwert siehst du oben im Video.

Quelle: ArgoviaToday/Michelle Briunner

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Seon gehört zum Bezirk Lenzburg und einige Funde aus der Jungsteinzeit deuten auf eine frühe Besiedlung der Gegend hin. Die erste urkundliche Erwähnung von «Sewa» erfolgte im Jahr 893 in einem Zinsrodel des Fraumünsters in Zürich. Die Pfarrkirche wird erstmals 1408 erwähnt. Die heutige Kirche wurde im Jahr 1708 teilweise um- und neugebaut. Die letzte Renovation im Innen- und Aussenbereich fand 2010 statt.

Schöne Hügellandschaften  

Zu Seon gehört der auch Weiler Retterswil, bis ins 15. Jahrhundert ein Bestandteil der hallwilschen Niedergerichtsbarkeit. 1751 wurde die Gemeinde Seon zugewiesen, 1805 wieder selbstständig und 1898 endgültig Seon einverleibt.

Gemeindeammann Hans Peter Dössegger freut sich über die Wahl zur zweitschönsten Gemeind im Aargau. «Diese Auszeichnung geniessen wir natürlich», so Dössegger zu ArgoviaToday. Seon sei ein Gesamtpaket. «Wir liegen eingebettet zwischen dem Rietenberg und dem Seenerberg. Daher haben wir sehr schöne Hügellandschaften.» Jede Person, die einen Abstecher in Seon macht, solle das Hallenbad und das Museum besuchen. Das sind die Empfehlungen des Gemeindeammanns. «Wir sind in Seon schon stolz auf die Gegend und die Traditionen.»

Ladenstrasse und Bräuche 

Die Unterdorfstrasse ist die Ladenstrasse in Seon. Alles, was es zum täglichen Leben braucht, können die Seener und Seenerinnen dort beziehen. Einmal pro Jahr – am Bettagsamstag – findet auf der Ladenstrasse der traditionelle Herbstmärt statt.

In der Zeit von November bis Dezember werden in der Region Lenzburg – und demnach auch in Seon – bei Dämmerung die Clausgeisseln geschwungen. Das Chlauschlöpfen soll den Samichlaus aus seiner Höhle locken. Weil dieser doch etwas länger dauert, werden die Kinder in der Region nicht am Nikolaustag besucht, sondern immer am zweiten Donnerstag im Dezember. Beim Einbrechen der Dämmerung zeigt sich dann der Samichlaus mit dem Schmutzli und seinen Eseln in der Stadt. Er beschenkt die braven Kindern mit Nüssen, Mandarinen und Lebkuchen. Der Sportwarenhändler Roland Fischer aus Seon «chlöpft» mit Leib und Seele. Er hat diesen Brauch von seinem Vater gelernt und diesen auch an seinen Sohn weitergegeben.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 24. November 2022 05:54
aktualisiert: 25. November 2022 17:41