Trockenheit

Meteorologe: «Gott sei Dank kommt der Regen»

Céline Elber, 29. März 2022, 08:23 Uhr
Regen und vielleicht sogar Schnee: Am Mittwoch dreht das Wetter. Was vielen Menschen aufs Gemüt schlägt, ist für die Natur dringend nötig. Denn die Trockenheit im März war eine Extremsituation – besonders für den Wald.
Der Aargauer Wald leidet unter der Trockenheit.
© KEYSTONE/DPA/Karl-Josef Hildenbrand

Die Trockenheit im letzten Monat war extrem. «Der März 2022 ist auf Kurs, der trockenste März der Geschichte zu werden», sagt Klaus Marquardt, Meteorologe von Meteonews. Mit Sonnenschein und Trockenheit soll aber ab Mittwoch Schluss sein. Ein Tiefdruckgebiet bringt niedrige Temperaturen – sogar Schnee im Flachland sei möglich – und Regen. Klaus Marquardt rechnet mit 20 bis 50 Liter Niederschlag. Das sei zwar nicht sintflutartig, aber es rentiere sich schon. «Oberflächlich wird es damit gut nass werden, es ist sicher besser als nichts.» Ein Gefahrenpotenzial bestehe mit diesen Niederschlagsmengen noch nicht, zu Überschwemmungen werde es also nicht kommen.

Gut für die Bäume

Was vielen Menschen auf die Stimmung schlägt, freut die Natur, meint Klaus Marquardt: «Gott sei Dank kommt der Regen.» Und auch für Urs Steck, Betriebsleiter und Förster im Forstbetrieb Region Möhlin, ist es eine Erleichterung: «Die Natur, die braucht jetzt dringend Regen. Gerade jetzt, wo viele Bäume anfangen zu treiben, ist der Wald auf Wasser angewiesen.»

Normalerweise zehren Bäume im Sommer von der Feuchtigkeit, die sie im Winter und im Frühling gespeichert haben. Dieses Jahr sei das Wasser, das im Winter gespeichert wurde, bereits aufgebraucht. Und das werde im Sommer zu Problemen führen: «Die Bäume haben dann ein Wassermanko, sind nicht so vital, sie sind anfälliger auf Käfer und Pilze», sagt Urs Steck. Zu einem Problem könnte etwa der Borkenkäfer werden, der vermehre sich bei trockenem Wetter gut. «Ich habe Angst, dass der Borkenkäfer wieder zu einem massiven Problem wird», sagt Urs Steck.

Für Förster seien solche Wetterperioden bitter, sagt Urs Steck weiter: «Wir sind der Trockenheit ausgeliefert. Wir können kurzfristig nichts machen.» Längerfristig könne man Baumarten anpflanzen, die Trockenheit besser aushalten. Aber auch dafür braucht es Regen, denn im trockenen Boden können Bäume nicht angepflanzt werden.

Einige Tage Regen reichen nicht

Dass es ab Mittwoch wieder vermehrt regne, sei also für den Aargauer Wald gut. Um die starke Trockenheit wieder auszugleichen, brauche es aber grosse Mengen an Regen, sagt Urs Steck: «Einige Tage Regen werden für die Bäume bei Weitem nicht reichen. Für die Kräuter und die Sträucher könnte der angesagte Niederschlag zwar genügen. Für Bäume, die Wurzeln tief im Boden haben, braucht es aber deutlich mehr Wasser.» Es brauche nicht nur zwei, drei Tage Regen, sondern ein paar Wochen mit regelmässigen Niederschlägen.

Laut dem Meteorologen Klaus Marquardt stehen die Chancen dafür gut. Das Wetter wechsle nachhaltig: «Mittelfristig sieht es danach aus, dass der April wechselhaft wird und keine längeren Hochdruckphasen dabei sind.» So könne die Trockenheit Schritt für Schritt abgebaut werden.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 29. März 2022 08:23
aktualisiert: 29. März 2022 08:23
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