Temperaturumschwung

Mit dem «Altweibersommer» kommt im Aargau auch der Frost

21. September 2022, 19:11 Uhr
Während der letzten Schönwetterperiode im September merkt man den Übergang vom Sommer in den Winter ganz deutlich. Tagsüber zeigt sich vor allem im Mittelland sonniges Wetter und in der Nacht kühlt es merklich ab. Am Morgen zeigt sich schon auch der erste Bodenfrost.

Der Begriff «Altweibersommer» steht für eine Schönwetterperiode im September. Der Ursprung führt weit in die germanische Mythologie zurück. Denn an den besonders sonnigen Tagen kühlt es sich in der Nacht merklich ab. In Aarau, Baden, Solothurn und Zofingen werden am Donnerstag in der Früh lediglich 3 bis 5 Grad erwartet. Lokal soll es auch wieder zu Bodenfrost kommen. Zum Nachmittag hin wird es wieder sonnig mit Temperaturen bis 18 Grad. Daher gilt es bei Feierabend stets zu beachten, die am Morgen mitgebrachte Jacke auch später wieder mitzunehmen.

In den nächsten Tagen wird es am Morgen recht kühl. 

© Screenshot Meteonews

Das sind Wetterlagen, die vor dem astronomischen Herbstanfang mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auftreten. Einmal da, kann die Schönwetterperiode bis Ende Oktober anhalten. Und auch erster Bodenfrost ist somit keine Seltenheit.

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Durch den morgendlichen Tau, verbunden mit den kühlen Temperaturen, zeigen sich auch besonders viele Spinnfäden an den Aargauer Sträuchern, Bäumen und Gräsern, welche die Gärten mit einem silbrigen Glanz umhüllen. Diese Spinnfäden kommen von jungen Baldachinspinnen.

Und um diese Spinnfäden ranken sich viele Mythen. Die Fäden glänzen im Sonnenlicht wie lange, silberne Haare. Daher hiess es im Volksmund, dass alte Weiber – damals noch kein Schimpfwort – diese «Haare» beim Kämmen verloren hätten. Daher wird wegen der Spinnweben mancherorts zum Altweibersommer auch Fadensommer gesagt.

Am Freitagmorgen ist astronomischer Herbstanfang

Am Freitagmorgen um genau 03.03 Uhr ist auf der Nordhalbkugel der Erde astronomischer Herbstanfang. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne senkrecht über dem Äquator, Tag und Nacht sind auf der gesamten Erde gleich lang und dauern dann jeweils 12 Stunden.

Die Sonne geht genau im Osten auf und genau im Westen unter, wie Meteonews am Mittwoch weiter mitteilte. Diese Tag-und-Nacht-Gleiche wird demnach auch Äquinoktium genannt.

Zu der Tag-und-Nacht-Gleiche kommt es zweimal im Jahr, beim Frühlingsbeginn zwischen dem 19. und 21. März und beim astronomischen Herbstbeginn auf der Nordhalbkugel zwischen dem 22. und 24. September.

Jeden Tag vier Minuten weniger

Am Freitag um 03.03 Uhr mitteleuropäischer Zeit überquert die Sonne den Himmelsäquator südwärts. Durch die gegen die Ekliptik geneigte Erdachse lehnt sich die Nordhalbkugel in den kommenden Wochen mehr und mehr von der Sonne weg. Der Einstrahlungswinkel wird dadurch flacher, die Tage werden kürzer und die Nächte länger.

Dies geschieht zu dieser Jahreszeit besonders schnell – zurzeit gehen laut Meteonews täglich rund vier Minuten Tageslänge verloren. Später im Herbst verlangsamt sich das wieder, bis schliesslich die Sonne in diesem Jahr am Mittwoch, dem 21. Dezember, um 22.48 Uhr exakt über dem südlichen Wendepunkt steht und auf der Nordhalbkugel der astronomische Winter beginnt.

(sib/sda)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 21. September 2022 19:11
aktualisiert: 21. September 2022 19:11
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