Steigendes Interesse

«Natürlichem Drang nachgehen»: Bouldern mausert sich im Aargau zur Trendsportart

Leonie Projer, 1. April 2022, 11:22 Uhr
In der Region eröffnen immer mehr Boulder-Hallen. Dadurch wird der Sport immer bekannter. Die Betreiber der Hallen sehen für die steigende Beliebtheit ihres Sports unterschiedliche Gründe.
Beim Bouldern klettert man ungesichert in Absprunghöhe. Ziel ist es, eine Route, auch Problem genannt, zu lösen und oben anzukommen.
© Getty Images
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Vor ein paar Monaten öffnete die Boulderhalle Baden, kurz Bouba ihre Türen. Sie ist nicht die erste Halle in der Region. So gibt es beispielsweise in Windisch den Blockchäfer, bei dem man seit Ende 2020 sein Können im Klettern ohne Sicherung beweisen kann. Seit einigen Jahren steigt das Interesse am Sport und scheint nicht abzunehmen. Im Blockchäfer hat man seit dem Aufheben der Corona-Schutzmassnahmen im März einen Besucheranstieg von 20 Prozent verzeichnet, trotz neuer Konkurrenz in Baden.

Dass Boulderhallen momentan aus dem Boden zu spriessen scheinen, hat einen Grund: «Früher waren vor allem Berglerinnen und Bergler begeistert vom Bouldern. Mit den Hallen können wir ein urbanes Publikum ansprechen», heisst es vonseiten der Bouba. Dies mache den Sport zugänglicher. Michael Frei vom Blockchäfer sieht einen Grund für das steigende Interesse unter anderem darin, dass Bouldern bei den Olympischen Spielen als Disziplin aufgenommen wurde. Beim Klettern ohne Sicherung könne man zudem seinen Instinkten nachgehen: «Der Mensch hat einen natürlichen Drang, an Dingen hochzuklettern. Das Bouldern ist die einfachste Form, um diesem Drang nachzugehen», so Frei.

Körper und Geist sind gefordert

Beim Bouldern spielen nicht nur die Muskeln, sondern auch das Köpfchen eine Rolle. Das mache es spannender, als ins Fitnessstudio zu gehen, ist man im Bouba überzeugt. «Beim Bouldern trainiert man sowohl den Körper als auch den Geist. Wenn man eine Strecke geschafft hat, ist das ein augenblickliches Erfolgserlebnis.» Die Kombination von Kraft, Technik, Taktik und mentaler Stärke sieht auch Frei als Grund für die Beliebtheit. Beim Bouldern gilt es eine bestimmte Route, auch Problem genannt, zu meistern. «Boulder-Probleme sind oft kurz, dafür intensiv. Im Vergleich zum Klettern ist das Bouldern also eher ein Sprint anstatt ein Marathon, wobei es aber nicht um die Geschwindigkeit geht, sondern ums oben Ankommen», betont Frei.

Bouldern ist für alle geeignet

Um den Sport auszuprobieren, benötigt man keine Vorkenntnisse. In der Halle erhält man ein Paar Kletterfinken und dann kann man direkt loslegen. Da man beim Bouldern nur in Absprunghöhe klettert, brauche man kein Wissen über Seilsicherung und keine Klettergspöndli, die aufpassen, erklärt Frei. So trifft man in den Boulderhallen in Windisch und Baden ein diverses Publikum an. Sowohl im Blockchäfer wie im Bouba sieht man das grösste Interesse aber bei jüngeren Personen und Familien. Im Bouba holt man diese Zielgruppe mit einem integrierten Café und Kraftraum zusätzlich ab. So wolle man im Bouba dem jungen, urbanen Publikum einen «Lifestyle» anbieten.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 2. April 2022 06:44
aktualisiert: 2. April 2022 06:44