Verwirrung um Test

Positiv und kein Corona? Das wurde für eine Aargauerin teuer

17. Januar 2022, 13:43 Uhr
Dass ein Antigen-Test falsch liegt, kann passieren. Eine Aargauerin kostete das 150 Franken. Was hat es mit den falschen Tests auf sich? Der Chefinfektiologe des Kantonsspitals Aaraus und der Sprecher vom Bundesamt für Gesundheit geben ihre Einschätzung.
Immer öfter hört man von falschen Testresultaten. Das sei normal, es werde auch mehr getestet, schreibt das Bundesamt für Gesundheit.
© Keystone
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Das Jahr 2021 im Thermalbad ausklingen lassen. Diesen Plan hatte eine 26-jährige Aargauerin, die gegenüber ArgoviaToday anonym bleiben möchte. Seit dem 20. Dezember gilt in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens die 2G+ Regelung: Nicht Geboosterte und jene, dessen Zweitimpfung mehr als vier Monate zurückliegt, brauchen zusätzlich zum Zertifikat einen Test. Für die geimpfte, aber noch nicht geboosterte Aargauerin ist der Gang ins Testcenter nach fast zwei Jahren Pandemie eine gewohnte Prozedur. Anmelden, Krankenkassen-Kärtli rauskramen, Stäbchen in die Nase bis die Augen tränen, 15 Minuten warten und man bekommt mit dem negativen Test das nötige Zertifikat. Am 30. Dezember sollte es bei der 26-Jährigen anders sein. Ihr Test fiel positiv aus.

Positiv auf Corona getestete Personen müssen innerhalb von 48 Stunden einen PCR-Test durchführen. Anders als beim Antigen-Schnelltest wartet man 24 bis 48 Stunden auf den Befund – über Neujahr vermutlich noch länger.

Notlösung Flughafen

Wer keine zwei Tage auf den PCR-Bescheid warten kann oder will, fährt an den Flughafen Zürich. Hier erhält man das Testresultat bereits nach 45 Minuten bis drei Stunden. Kosten: 150 Franken. Ein hoher Preis, den die 26-Jährige für die Gewissheit in Kauf nimmt. Am Ende hat sich der Aufwand zumindest teilweise gelohnt: Der PCR-Test war negativ. Die 150 Franken sind zwar weg und aus dem Besuch im Thermalbad wurde auch nichts. Dafür konnte sie ausgelassen ins neue Jahr feiern.

Falsch-positiv: Medizinisch «unwahrscheinlich»

Christoph Fux, Chefarzt Infektiologie am Kantonsspital Aarau, schliesst ein falsch-positives Antigen-Resultat aus medizinischer Sicht aus. «Aufgrund der hohen Fallzahlen gibt es keine falsch-positiven Befunde,» schreibt er dazu auf Anfrage.

Ähnlich klingt es beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). In der aktuellen epidemiologischen Lage sei ein falsch-positiver Test «unwahrscheinlich», schreibt Jonas Montani, Mediensprecher beim BAG, auf Anfrage. Man könne davon ausgehen, dass positiv Getestete «mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit» tatsächlich infiziert seien.

Durchaus öfter komme es zum Gegenteil. Also dass ein Antigen-Test negativ anzeigt, obwohl die getestete Person infiziert ist. Diese Beobachtung macht auch der Chefarzt. Für Fux liegt das Problem aber nicht beim Test selber, sondern bei den Testformen. «Mit Omikron ist die Situation anders, weil sich die Viren – nicht wie bei Delta – zuerst im Mund- und danach erst im Nasenraum vermehren.» Laut Fux scheint ein Spucktest deshalb aktuell am besten. Um die Pandemie erfolgreich zu bekämpfen, sei es jedoch grundsätzlich wichtig, sich an die allgemeinen Hygienemassnahmen zu halten und sich testen zu lassen, wenn man Symptome verspürt. Bis das Testresulatat vorliegt, soll man in Selbstisolation bleiben.

(noë)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 16. Januar 2022 18:15
aktualisiert: 17. Januar 2022 13:43