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Fischbacher Moos

Pro Natura reicht Beschwerde gegen Fischbach-Göslikon ein

9. November 2021, 10:55 Uhr
Die Gemeinde Fischbach-Göslikon soll die gesetzlich vorgeschriebenen Pufferzonen für den Erhalt des Fischbacher Moos bei der kommunalen Nutzungsplanung ausscheiden. Das will die Naturschutzorganisation Pro Natura Aargau mit einer Beschwerde gegen die kommunale Nutzungsplanung erreichen.

Das Fischbacher Moos in Fischbach-Göslikon sei zusammen mit dem Taumoos in Niederrohrdorf das letzte verbliebene Hochmoor von nationaler Bedeutung im ganzen Kanton Aargau, teilte Pro Natura am Dienstag mit. Es liege in einer Toteismulde der letzten Reussvergletscherung. Nach dem Abschmelzen des Eises habe sich ein See gebildet, der in mehr als 10'000 Jahren verlandet ist. Im Laufe von Jahrtausenden entwickelte sich ein Hochmoor von nationaler Bedeutung. Durch äussere Einflüsse könne es jedoch rasch verschwinden, sagt Matthias Betsche, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau, im Interview mit ArgoviaToday. «Wenn es einmal weg ist, ist es weg. Das kann man nicht von heute auf morgen wieder herstellen.»

Das Überleben von Mooren mit ihrem unschätzbaren Wert für Natur und Klima sei gefährdet, wenn in unmittelbarer Nähe gedüngt werde. Darum schreibe das Gesetz vor, dass Moore mit Pufferzonen vor diesen und anderen Dritteinwirkungen zu schützen seien, hält die Umweltorganisation fest. «Das Moor reagiert ganz sensibel auf Nährstoffe. Wenn man nebenan düngt, führt das dazu, dass es einen Nährstoffeintrag in das Moor gibt, was ihm schadet. Mit der Zeit geht das Moor verloren», so Betsche. Die Pufferzone helfe, das Moor vor solchen äusseren Einwirkungen zu schützen.

Gebiet wird landwirtschaftlich genutzt

Im Rahmen der Gesamtrevision der Nutzungsplanung der Gemeinde Fischbach-Göslikon wurde es allerdings unterlassen, die gesetzlich vorgeschriebenen Pufferzonen zum Schutz des Fischbacher Moos auszuscheiden, wie Pro Natura in der Beschwerde bemängelt.

Das bedeute, dass intensive landwirtschaftliche Nutzung weiterhin im Einzugsgebiet des Fischbacher Moos zugelassen sei. Dadurch komme es zu Nährstoffeinträgen in das Moorbiotop, die das Moor schädigten. Obschon seit 30 Jahren eine klare gesetzliche Verpflichtung bestehe, die Moore mit Pufferzonen zu schützen, sei dies heute immer noch nicht in allen Gemeinden umgesetzt. «Deshalb ist es für uns wichtig, dass das nachgeholt wird», sagt Betsche.

Paradies für Amphibien und Vögel

Sollte die Beschwerde gutgeheissen werden, heisst das nicht, dass in der Pufferzone keine landwirtschaftliche Nutzung mehr möglich ist. Aber: «In der Art und Weise, wie man das Land bewirtschaftet, muss man rücksichtsvoll sein, damit das Moor nicht geschädigt wird.»

Der Kleinsee Fischbacher Moos liegt auf einer Höhe von 400 Metern über Meer südlich der Gemeinde im Bezirk Bremgarten. Der See ist knapp 300 Meter lang und 100 Meter breit. Der Weiher gilt als Paradies für Amphibien, darunter viele Frösche, und Vögel. In der Umgangssprache wird der Weiher auch «Mösli» genannt. «Es hat einen ganz grossen Stellenwert für die Natur, fürs Klima und auch für uns als Gesellschaft», sagt Betsche.

(sda/vro)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 9. November 2021 11:13
aktualisiert: 9. November 2021 10:55