Energiegeladenes TV-Duell

Sabina Freiermuth (FDP) und Beat Flach (GLP) diskutieren über AKW und Strommangel

2. Februar 2022, 11:12 Uhr
Wie soll die Schweiz künftig ihre Stromversorgung sicherstellen? Bei dieser umstrittenen Frage gab es im TalkTäglich von Tele M1 keine Einigkeit, sondern eine kontroverse Diskussion. Diese brachte auch Überraschungen.
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Quelle: ArgoviaToday / Severin Mayer

«Wann dampft im Aargau das erste neue AKW?» Das wollte Moderator Adrian Remund ganz zu Beginn des TalkTäglich auf Tele M1 von FDP-Kantonalpräsidentin Sabina Freiermuth wissen. Freiermuth antwortete, das sei nicht die richtige Frage, es gehe darum, für die künftige Stromproduktion keine Technologie auszuschliessen.

Zudem enthalte das Positionspapier der FDP, das zuletzt heftige Diskussionen ausgelöst hatte, neben der Aufhebung des Bauverbots für neue Kernkraftwerke zahlreiche weitere Vorschläge. Dennoch drehte sich die bisweilen sehr emotionale Diskussion der FDP-Präsidentin mit GLP-Nationalrat Beat Flach in der Folge primär um die AKW-Frage.

GLP-Flach: Atomkraftwerk als Milliardengrab

Flach sagte, das Volk habe im Jahr 2017 der Atomenergie eine Absage erteilt, auch die FDP habe der Energiestrategie mit dem Bauverbot damals zugestimmt. Er hielt weiter fest, neue Atomkraftwerke in Frankreich und Finnland seien Milliardengräber, die Baukosten massiv höher als budgetiert.

Und der Grünliberale hielt fest, es gebe gar kein Technologieverbot, wie es die FDP kritisiere: Jährlich investiere der Bund rund 50 Millionen Franken in die Nuklearforschung. Atomkraftwerke einer neuen Generation, von denen die Freisinnigen träumten, gebe es noch nicht.

FDP-Freiermuth: Nein zu AKW rein ideologisch

Dies liess Freiermuth nicht stehen und konterte, die Freisinnigen hätten der Energiestrategie schon zugestimmt, nur seien die Zahlen von damals heute überholt. Wegen der zunehmenden E-Mobilität und dem Einsatz von Wärmepumpen steige der Strombedarf, künftig seien 30 bis 50 Prozent mehr nötig. Dieser Strom müsse irgendwie produziert werden, auf zusätzliche Importe könne die Schweiz nicht setzen, weil der Verbrauch europaweit steige und deshalb überall eine Knappheit herrsche.

Freiermuth sagte weiter, die Sozialisten in Schweden und die finnischen Grünen setzten auf Atomkraftwerke, weil dies eine CO2-freie Energiequelle sei. Dass links-grüne Parteien und auch die GLP in der Schweiz gegen die Aufhebung des Neubauverbots seien, habe rein ideologische Gründe, kritisierte die FPD-Präsidentin.

Hier gibt es den Talk in voller Länge:

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Quelle: TeleM1

(red.)

Quelle: Aargauer Zeitung / ArgoviaToday
veröffentlicht: 1. Februar 2022 20:38
aktualisiert: 2. Februar 2022 11:12
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